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Der Bieler André Feller ist 68 Jahre alt und trägt eine Halbglatze. Nichts besonderes für einen Mann in seinem Alter. Bei einem Abendspaziergang am Donnerstag wurde ihm sein Aussehen jedoch zum Verhängnis.
«Ich wollte mir ein Bild machen, was am Mon-Désir-Weg passiert», sagt Feller zu Blick.ch. Also ging er hin, redete mit anderen Leuten vor Kneubühls Haus über die Vorfälle, die Biel seit Tagen in Atem halten.
«Ich sehe Kneubühl nicht einmal ähnlich»
Auf dem Heimweg schneidet ein weisser Mercedes André Feller den Weg ab. Zwei Polizisten steigen aus, einer geht auf Feller los. «Der junge Polizist hat mich brutal auf den Boden geworfen, ich knallte mit dem Gesicht auf den Asphalt», sagt Feller. «Dieser Idiot dachte, ich sei Peter Kneubühl und lächelte zufrieden. Dann nahmen sie mich mit auf die Polizeistation in Biel.»
André Feller ist wütend: «Diese Aktion der Polizei ist total übertrieben und lächerlich. Ich sehe nicht einmal aus wie Peter Kneubühl.» Kneubühl sei zwei Meter gross, er knapp 1.80 Meter. Kneubühl habe eine Brille, er nicht. Und zu allem hinzu spreche Kneubühl deutsch und er nur französisch. Persönlich kennt Feller den Amok-Opa aber nicht.
Peinlich! Bieler Polizist kannte Feller
Der Verdächtige erlebt, was Kneubühl bevorstehen könnte. Drei Stunden lang sitzt er in Biel in der rosaroten Zelle, die aggressive Täter beruhigen soll. «Schon das war schrecklich. Sogar der Boden war rosa, nicht zum Aushalten», sagt der 68-Jährige.
Erklären konnte er sich nicht – auch wenn ihn der Bieler Polizei-Chef schon beim Eintreten erkannt hatte. «Er hat mich mit Namen gegrüsst und gefragt, was denn passiert sei», erzählt der 68-Jährige. «Ich habe ihm erzählt, dass die Rambos des Sonderkommandos mich so zugerichtet haben, doch er konnte auch nichts machen.»
«Die Polizei hat sich nicht einmal entschuldigt!»
Um fünf Uhr morgens dann wurde Feller vom Sonderkommando wieder freigelassen. «Sie haben sich nicht einmal für ihr hartes Eingreifen entschuldigt», ärgert sich Feller.
Kapo-Sprecher Franz Märki bestätigt den Vorfall. Zu den Vorwürfen von Feller sagt er nur, dass der Bieler seine juristischen Rechte kenne. Eine Anzeige gegen die Polizei sei bisher nicht eingegangen. «Wir haben der Bevölkerung ja gesagt, dass sie nicht versuchen sollen, Kontakt mit Kneubühl aufzunehmen, weil er gefährlich ist», sagt Märki. Laut Feller war das nie seine Absicht.
Keine Identität mehr
André Feller leidet auch drei Tage später noch unter den Verletzungen des brutalen Polizei-Eingriffs. «Mein Nacken schmerzt und die Wunden im Gesicht sind unangenehm.»
Zudem hat er beim Zwischenfall sein Portemonnaie verloren. Jetzt kann er sich nicht einmal ausweisen, für den Fall, dass ihn die Polizei ein zweites Mal mit Kneubühl verwechseln sollte.