Libyen-Ex-Geisel Hamdani: «Diese Revolte ist eine Erleichterung für mich»

  • Publiziert: 09.03.2011, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Sidonia Küpfer

ZÜRICH - Ein Jahr nach seiner Befreiung spricht Rachid Hamdani im Schweizer Fernsehen über seine Zeit in den Fängen Gaddafis. Er will, dass der Fall gerichtlich geklärt wird.

«Diese Revolte ist eine Erleichterung für mich», sagt Rachid Hamdani über den Aufstand des libyschen Volkes gegen Muammar Gaddafi. «Solange dieses Regime existierte, fühlte ich mich nicht in Sicherheit, auch wenn ich zurück in der Schweiz war», erklärt er heute in einem Interview mit der «Rundschau» des Schweizer Fernsehens

Vor einem Jahr wurde Hamdani aus Gaddafis Fängen befreit. 584 Tage lang war er in Libyen in Haft, nachdem Gaddafis Sohn Hannibal 2008 in Genf wegen Misshandlung seiner Angestellten zwischenzeitlich verhaftet worden war. Hamdanis Arbeitskollege Max Göldi kam gar erst vier Monate später frei.

Gaddafis sollen vor Gericht


Hamdani hofft, dass ihm nun Gerechtigkeit widerfahren wird: «Ich lebe mit der Ungerechtigkeit weiter», sagt er im Interview. Die von Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey aufgebrachte Idee, Gaddafi für das Festhalten der beiden Schweizer Geiseln gerichtlich zu belangen, unterstützt er: «Ich warte darauf, dass man den Fall vor den Richter bringen kann, damit man feststellen kann, welche Ungerechtigkeit mir widerfahren ist.»

Alle, die in diese Affäre verwickelt waren, seien gut aus ihr herausgekommen: Hannibal Gaddafi sei sogar mit eineinhalb Millionen Franken finanziell entschädigt worden. Auch für die Angestellten, die in Genf misshandelt worden sein sollen, habe es Lösungen gegeben. Nur die Ungerechtigkeit, die ihm widerfahren sei, sei noch ungesühnt.

Vorgefertigte Erklärung im Austausch für die Freiheit

Und Hamdani sprach auch über den schwierigen Gang vor das libysche Fernsehen. Dort musste er am Tag seiner Freilassung eine Erklärung abgeben – im Austausch für seine Freiheit. Er willigte ein: «Ich wollte, dass das aufhört.»

Aber Hamdani tat nicht alles, was die libyschen Behörden von ihm verlangten: Er sollte sagen, seine Freilassung habe solange gedauert, weil er in der Schweizer Botschaft festgehalten wurde. Da habe er sich geweigert, denn das stimme nicht.

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