Libyen-Affäre Diese fünf Strategien sind möglich

  • Aktualisiert am 20.01.2012
  • Von Clemens Studer

Wie wird die Schweiz auf die libyschen Provokationen reagieren? Der Bundesrat lässt die Katze erst heute aus dem Sack. BLICK nennt die Optionen.

Nach seiner ordentlichen Sitzung diskutierte der Bundesrat seine Handlungsoptionen im Geisel-Debakel. Informieren will er – wenn überhaupt – erst heute. Doch welche Möglichkeit hat der Bundesrat überhaupt?Diplomatische Beziehungen abbrechen: Die Beziehungen sind schon jetzt auf dem Tiefpunkt. Oft reagiert Libyen nicht mal mehr auf diplomatische Post. Ein offizieller Abbruch der Beziehungen würde die Situation der Geiseln weiter verschlechtern.Libysche Vermögen einfrieren: Eine harte Sanktion, die allerdings weitgehend ins Leere greifen würde. Der Gaddafi-Clan hat bereits den grössten Teil seines Vermögens abgezogen. Wirtschaftliche Sanktionen: Der Handel mit dem Gaddafi-Land ist faktisch bereits seit längerem zum Erliegen gekommen. Auch hier: starke Geste, wenig Wirkung.Einreisesperre für Libyer: Eine Massnahme, die am meisten Druck ausüben würde. Vor allem, wenn sie mit der Ablehnung von Schengen-Visa an libysche Staatsbürger verbunden wird. Der libyschen Oberschicht würde das Reisen in ganz Europa vergällt, und auch auf die geschätzten Spitalbehandlungen in der Schweiz müsste sie verzichten.Ausländische Vermittler einschalten: Am erfolgversprechendsten, wenn es hochkarätige Persönlichkeiten sind. Doch mit dem unberechenbaren Gaddafi verhandeln auch internationale Staatsmänner nicht einfach so mal «huschhusch».Die Aufzählung zeigt das Dilemma der Schweiz: harte Massnahmen haben im aktuellen Fall vor allem symbolische Wirkung, verschlechtern aber die Lage der Geiseln real.

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