Die Schweiz lacht über die Berner Sprachbeamten/innen «Die spinnen in Bern – das ist geschlechtsneutral!»

  • Publiziert: 04.06.2010, Aktualisiert: 19.01.2012

BERN – «Zebrastreifen» satt «Fussgängerstreifen». «Das Elter» statt «Mutter und Vater». Lesen Sie, was Blick.ch-Leser und die Blick.ch-Leserin vom Sprachleitfaden der Stadt Bern halten. Und lachen Sie mit.

Die Stadt Bern streicht alle Wörter, . Auf 22 Seite hat die Gleichstellungsbehörde die Begriffe aufgelistet, die fortan in amtlichen Publikationen nicht mehr verwendet werden sollen.

Ab sofort gilt zum Beispiel:

  • «Mutter/Vater» als «der Elternteil» oder «das Elter»
  • Die «Mannschaft» ist das «Team».
  • Das «Patientenzimmer» wird zum «Wartezimmer»
  • Das «Lehrerzimmer» heisst neu «Pausenzimmer»
  • Aus «Fussgängerstreifen» mach «Zebrastreifen»

«Ich möchte kein ‹Elter› sein!»

Eine Flut von Rückmeldungen erreichte nach dem BLICK-Artikel die Redaktion. Die meisten Leser und Leserinnen machen sich lustig über die Sprach-Beamten von Bern.

Leser Beat Hemmi spottet: «Mir ist die geschlechtsneutrale Formulierung schon klar: DIE Busse, DIE Radarkontrolle, DIE Unfallstatisik, usw. Dem gegenüber steht: DER Himmel, DER Urlaub, DER Lottogewinn usw.»

Spott und Häme auch von diesem Blick-Leser an die Adresse der Berner Beamten : «Der Behördenkasperl: Liebe Kinder und Kinderinnen, seid ihr alle da?».

Auch Markus Gasser macht sich lustig: «Die neutrale Wortwahl sollte auch der Würde der Tiere gerecht werden. Also statt Kaninchen: Kaninin (f) und Kanin (m). Die Fliege, der Flieger. Die Spinne, der Spinner. Der Wurm, die Würmin.»

Leserin Yvonne meint: «Einfach nur lachhaft! Die meisten von uns Frauen sehen so etwas sicherlich nicht als Diskriminierung!» Und Sabine Hofmann schreibt: «Ich bin sehr stolz eine Mutter zu sein. Was für ein Wort ist ‹das Elter›? Ich möchte kein ‹Elter› sein!»

«Das ist existenziell, meine Herren!»

Es gibt aber auch Stimmen, die einen Sinn in dem Leitfaden sehen: «Wie schnell wurde die Bezeichnung Krankenschwester geändert, als in diesem Beruf auch Männer zu arbeiten begannen? Oder die Hebamme? Umgekehrt müssen sich Frauen die Berufsbezeichnung Koch natürlich gefallen lassen – weil Köchin nur eine ungelernte Kraft meint. Und das IST existenziell, meine Herren!», schreibt Lovey Wyman.

Und auch Marta Kalchofner findet: «Endlich tut sich was! Wenn unsere Sprache immer nur in männlicher Form stattfindet, denken wir auch in erster Linie an Männer – aber unser Volk besteht mindestens zur Hälfte aus Frauen, die genauso Anspruch darauf haben, direkt angesprochen zu werden.»

«Mein Nachname lautet ‹Mändli› …»

Einige Leser schlagen vor, doch gleich weiblicher und männlicher Artikel abzuschaffen und nur noch «das» zu verwenden. «Wenn ‹das Berner› Spass dran finden, sollen es doch ‹dieses Regelung› einsetzen», schreibt Gian Franco Caviezel.

Leo Mändli hat zudem ein Problem: «Mein Nachname lautet ‹Maendli› oder auch ‹Mändli›, der meiner Schwestern ebenfalls. Nun würde ich von den schlauen Köpfen, welche hohe Kosten verursachen anstatt etwas Produktives zu leisten, gerne wissen, wie sie meine Schwestern nennen würden.»

Treffend und abschliessend schliesslich dieser Kommentar: «Die spinnen in Bern – das ist auch geschlechtsneutral.» (gux)

Top 3

1 Drei Tote im Kandertal Heli touchierte Drahtseilbullet
2 BLICK zitiert den Luzerner Staatsanwalt «Die kaltblütigste IV-Betrügerin!»bullet
3 Die niedergeschossene Spar-Filialleiterin «Es ist ein Wunder, dass...bullet

Schweiz