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«Auf, auf, zum Kampf, zum Kampf!» So heisst es in einem Lied der alten Arbeiterbewegung. So heisst auch das neue Motto der SP nach der katastrophalen Zürcher Wahlschlappe vom Sonntag. «Wir werden die soziale Frage wieder ins Zentrum unserer Politik rücken», kündigte SP-Chef Hans-Jürg Fehr gestern in einer Pressekonferenz zum Zürcher Debakel kämpferisch an.
«Soziale Frage», das heisst für ihn in erster Linie «die Verteilfrage» neu stellen: «Zwischen den Manager-Abzockern auf der einen und der grassierenden Armut auf der anderen Seite der Gesellschaft.» Kurz: Die SP will wieder klar als linke Partei erkennbar sein. Auch das Bündnis mit den Gewerkschaften soll eng bleiben: «Wo wir gemeinsam gekämpft haben, haben wir auch gewonnen», erklärte Fehr. Und fügte an: «Zürich gilt ja als die Gewerkschaft-fernste Sektion. Das sollte der Zürcher SP zu denken geben.»
«Nicht junge, reiche Bohemiens, die auch ein bisschen ökologisch und ein bisschen links sein wollen, sind unser Zielpublikum», betonte Vize-Parteichef Pierre-Yves Maillard (39). Ein deutliches Signal an die Genossen von der Limmat. «Wir müssen die Menschen vertreten, die Angst um ihren Job und ihre Rente haben, die ihre Krankenkassen-Prämien kaum zahlen können», so der Parteilinke Maillard.
«Jetzt auf einen forcierten Linkskurs umzuschwenken wäre völlig falsch», findet hingegen Nationalrat Mario Fehr: «Zürich ist das Finanz- und Dienstleistungszentrum der Schweiz mit einem starken sozial-liberalen Wählerpotenzial. Wir müssen auch für diese Leute attraktiv bleiben.»
Für ihn ist klar: «Die SP muss eine grosse Sammelbewegung für soziale und ökologische Reformen sein.»
In einem Punkt gibt Mario Fehr den Kritikern recht: «Wir müssen wieder mehr auf der Strasse und bei den Menschen präsent sein. Ohne Mobilisierung gewinnen wir keine Wahl.»