Schon lange hätte Sepp Truffer (64) das Sturmgewehr abgeben sollen. Jetzt hat es die Armee bemerkt.
Vor drei Wochen bekam Rentner Sepp Truffer (64) aus Visp VS Post von der Logistik-Abteilung der Schweizer Armee – er solle doch sein Dienstbüchlein einschicken. Der Verdacht: Er habe sein Sturmgewehr noch nicht abgegeben.
«Ich war leicht überrascht», sagt der seit vier Jahren pensionierte Seilbähnler. «Also schickte ich mein Dienstbüchlein ein. Zum Glück hatte ich das aufbewahrt.»
Das gute alte DB ist aber längst nicht das einzige Erinnerungsstück aus der Militärzeit, das im Estrich des ehemaligen Nati-A-Hockeyspielers des EHC Visp lagert.
Der Pensionär findet seine ganze Ausrüstung – samt Sturmgewehr 57 und Munition. «Ich habe schlicht vergessen, dass die Militärsachen noch da sind», sagt er. «Seit 14 Jahren sollte das Material eigentlich im Zeughaus sein. Ich bekam aber nie ein Aufgebot. Die Armee hatte mich jahrelang vergessen», so Truffer.
Die Armee kann nicht nachvollziehen, warum Sepp Truffer erst nach so langer Zeit zur Gewehrrückgabe aufgefordert wurde. Armeesprecher Walter Frik: «Normalerweise hätte der Mann einen Marschbefehl zur Entlassung aus der Militärdienstpflicht durch die kantonale Militärverwaltung erhalten sollen. Offenbar ist diese Aufforderung nicht erfolgt.»
Und warum fällt das fehlende Gewehr erst jetzt auf? Frik: «Die kantonalen Datenbanken wurden 2006 durch die Logistikbasis der Armee übernommen. Bei der im letzten Jahr gestarteten systematischen Überprüfung wurden unterschiedliche Datensätze festgestellt, die nun korrigiert werden, weshalb das Aufgebot zur Abrüstung nun verschickt wurde.»
Sepp Truffer machte 1968 die Rekrutenschule bei den Gebirgsfüsilieren in Bellinzona. Nach zwei Jahren stiess er zu den Fliegertruppen beim Luftwaffenstützpunkt Gebidem im Oberwallis.
Hier fand er 1970 auch seinen Job: Er wurde der technische Verantwortliche für die Militärseilbahn. Und blieb es für 36 Jahre. Das Militärmaterial wird Sepp Truffer nicht fehlen. «Es war mir gar nicht bewusst, dass die Sachen noch unter dem Dach lagern.»
Seit Dienstag sind sie im Zeughaus Sitten.
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