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Goms VS: Ein Langläufer kämpft sich gestern bei schönstem Wetter durch die Eislandschaft.
(Niklaus Waechter)Geschlottert wird in der ganzen Schweiz. Die Nacht auf gestern war bisher die kälteste in diesem Winter. Auf minus 30 Grad sank das Thermometer im bündnerischen Samedan. Auf der Glattalp in der Schwyzer Gemeinde Muotathal wurden minus 28,5 Grad gemessen, auf der Alp Buffalora am Ofenpass in Graubünden minus 27 und in La Brévine im Neuenburger Jura knapp minus 26 Grad.
Aber auch im Flachland war es bitterkalt: In Binningen BL minus 15,8 Grad nachts, in Breitenbach SO minus 17,5 Grad.
Trotz strahlender Sonne fast überall musste man sich gestern warm anziehen. Die Temperatur tagsüber lag im Flachland bei minus zehn Grad.
Und es ist noch lange nicht vorbei. Heute schlottern wir bei minus 15 Grad. Am Sonntag und zu Wochenbeginn kann es sogar noch kälter werden.
Je tiefer die Temperaturen sinken, desto mehr heizen die Menschen ihre Räume. «Die Kältewelle spüren wir auf jeden Fall», sagt Daniel Bärchtold, Sprecher des Verbands der Schweizer Gasindustrie. «Im Vergleich zum 27. Januar ist der Erdgasverbrauch schweizweit um 22 Prozent gestiegen und er könnte noch weiter ansteigen.»
Bei den Elektrizitätswerken des Kantons Zürich ist der Stromverbrauch seit voriger Woche um zehn Prozent gestiegen. Und auch die Axpo verzeichnet einen Anstieg. «Die tiefen Temperaturen sind beim Stromverbrauch deutlich spürbar, das Netz wird um einiges stärker belastet als sonst. Das ist sicher auch auf das Heizen zurückzuführen», sagt Axpo-Sprecherin Daniela Biedermann.
Wer nicht vorgesorgt hat, stösst jetzt an die Grenzen. «Viele Leute haben kein Heizöl mehr, weil sie in den letzten Tagen so viel geheizt haben», sagt Werner Curschellas, Leiter der Tomaschett Treibstoffe in Rhäzüns GR. Er ist mit seinem Team zurzeit im Stress. «Die Menschen sind sich gewöhnt, dass der Tank locker bis im Frühjahr reicht und deshalb umso verzweifelter, wenn er jetzt plötzlich leer ist.»
Bei der eisigen Kälte spielt auch die Ernährung eine grosse Rolle. «Fondue und Raclette sind zurzeit die absoluten Kassenschlager», sagt Barbara Siegenthaler, Sprecherin der Genossenschaft Migros Aare. «Wir haben die Bestände extra aufgestockt.» Auch in anderen Abteilungen leeren sich die Regale. Mützen, Schals, Handschuhe, Schlitten, Schneeschaufeln und Eiskratzer – was bis vor kurzem noch unnötig erschien, wird plötzlich zum Muss.
Doch auch wenn es noch so kalt ist, die Seen werden nicht so schnell zufrieren. Denn dafür hätte es laut Bundesamt für Umwelt bereits im August und September kühler sein müssen. Sollte die Kältewelle allerdings anhalten, dann besteht die Chance, dass kleinere Seen komplett zufrieren.
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