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Samuel Knopf, Zürich: Wir sind eine erfolgreiche Bankensoftwarefirma, die rasch ins europäische Ausland expandiert. Um dies tun zu können, sind wir darauf angewiesen, rasch und unbürokratisch unsere Schweizer Spezialisten ins Ausland zu schicken. Dies war ohne Personenfreizügigkeit ein langwieriger und unsicherer Prozess. Wie soll eine Schweizer Firma rasch ins Ausland expandieren können, wenn sie ihre Schweizer Know-How-Träger nur noch sehr schwierig im Ausland platzieren kann? Ich sehe nicht ein, warum wir diese Schwierigkeiten wegen potentiell 6000 Rumänen und Bulgaren auf uns nehmen sollen?
Christoph Blocher: Auch mit einem Nein am 8. Februar können Sie ins Ausland expandieren. Sie sind nicht auf die Personenfreizügigkeit mit Rumänien und Bulgarien angewiesen.
Rudolf Zeller, Spiez: Nicht nur ich habe Angst über die Personenfreizügigkeit, sondern auch die bei uns lebenden Ausländer. In unserer Familie haben wir einen Schweizer mit türkischer Herkunft (eingebürgert). Er meint, dass die Behörden aktiver werden sollten, in Bezug auf die Kriminalität der Ausländer. Auch er leidet darunter, auch wenn er aus unsere Sicht (er ist ETH-Ingenieur) keine Bedenken haben müsste. Meine Meinung ist, dass wir Bulgarien und Rumänien noch nicht aufnehmen sollten. Die Anreize krimineller Ausländer in die Schweiz zu gelangen, ist sehr gross. Eigene Erfahrungen im Verwandtenkreis bestätigen dies.
Christoph Blocher: Sie haben Recht. Die Behörden sind zu wenig aktiv bei der Bekämpfung der Ausländerkriminalität. Darum hat die SVP die Ausschaffungsinitiative für kriminelle Ausländer eingereicht. Die Abstimmung über die Personenfreizügigkeit tangiert die hier arbeitenden Ausländer in keiner Weise.
Sam Fischer: Grüezi Herr Blocher, ist Peter Spuhler oder sind Sie in der falschen Partei?
Christoph Blocher: Ich bin in der richtigen Partei. Die SVP lehnt die Personenfreizügigkeit im Verhältnis 9 zu 1 klar ab.
Stefan Wullschleger, Burgdorf: Die Aufkündigungs- und Weiterführungsbestimmungen der Bilateralen Verträge (mit den integrierten Abkommen) zwischen der Schweiz und der EU stiften grosse Verwirrung. Können Sie Klarheit schaffen?
Christoph Blocher: Es ist eindeutig: Wenn am 8. Februar das Freizügigkeitspäckli abgelehnt wird, werden die Bilateralen nicht dahinfallen. Ausser der Bundesrat würde die Dummheit begehen, die Bilateralen zu kündigen. Aber so dumm wird der Bundesrat nicht sein. Gestern hat Frau Bundesrätin Calmy-Rey auf den Artikel 25, Absatz 2 und 4 hingewiesen, den Artikel beim Abschluss der Bilateralen Abkommen. Sie können diesen auch gut als Laie lesen. Dort steht eindeutig: Sie fallen nur dahin, wenn die EU oder die Schweiz die Verträge kündigen. Die EU hat schon bekannt gegeben, sie würde sie auch bei einem Nein nicht kündigen, und der Bundesrat hat keinen Auftrag. Denn ein Nein bedeutet nur ein Nein zu einem Päckli. Nicht mehr, und nicht weniger.
Rosario Centamore, Riehen: Sehr geehrter Herr alt Bundesrat Blocher, Die drei sich sehr ins Zeug für ein Resultat JA bei der Abstimmung legenden Bundesrätinnen wollen uns weismachen, dass die Leute aus dem Ostblock keine Kriminalität in die Schweiz importieren. Doch was passiert in Italien? Warum sollte das in der Schweiz anders sein? Man liest dauernd Negatives (Kriminelles!) über die Roma und Bulgaren in Italien! Dann sitzen sie in unseren Gefängnissen auf Staatskosten! Zudem sind unsere Gesetzte zu lasch, dass es viel braucht, bis die in den Knast kommen. Wie sehen Sie das?
Christoph Blocher: Die Antwort der Bundesrätinnen ist beschönigend: Wir haben heute eine hohe Kriminalitätsrate insbesondere aus dem Balkan und die Kriminalität in Rumänien und Bulgarien ist unverhältnismässig hoch. Ein Ja zur Personenfreizügigkeit würde diese Kriminalität in die Schweiz bringen.
Tom, Zürich: Guten Tag Herr Blocher. Danke dass Sie weiterkämpfen und sich durch gewisse Medien oder Leute nicht kleinkriegen lassen. Bei einem möglichen (leider auch wahrscheinlichem) Ja am 8. Februar finde ich es sehr gut, dass Sie mit Ihrer Initiative wenigstens ein paar Schranken setzen in der Personenfreizügikeit. Weiter so und viel Kraft für die Zukunft!
Christoph Blocher: Es ist richtig, dass die Befürworter mit Geld, Verbänden und Medien eine Übermacht stellen. Wenn die Bevölkerung für ein Nein kämpft, kann es trotzdem ein gutes Resultat geben. Sollte es ein Ja geben und die Arbeitslosigkeit und die Kündigungen zunehmen, so sind die Befürworter in die Verantwortung zu nehmen. Also für ein Nein kämpfen!
Werni Birrer, Alpnach: Was ist eigentlich mit unserer Obrigkeit los? Volksrechte, der direktdemokratische Einfluss von uns Bürgern wird laufend durch die Regierenden bekämpft. Unsere demokratischen Rechte werden trickreich unterlaufen. Nicht nur das Päckli (zwei Fragen, eine Antwort möglich) der Personenfreizügigkeit ist dabei Beispiel. Uns Luzerner will man entmündigen, indem man per Verfassung und Gesetz Zwangsfusionen von Gemeinden möglich machen will, ohne dass die Bevölkerung der betroffenen Gemeinden darüber befinden können.
Christoph Blocher: Sie haben Recht: Zurzeit versuchen Verwaltung, Regierung und Parlament alles zu tun, um die Volksrechte auszuschalten. Das Abstimmungspäckli ist ein Muster. Ich schäme mich, dass wir im Land der Demokratie solche Tricks spielen. Schon deshalb sollte ein Nein eingelegt werden, damit die Politiker zu demokratischem Anstand zurückkehren müssen und dem Volk einzelne Vorlagen unterbreiten müssen.
Markus Ehrler, Sao Paulo: Guten Tag Herr Blocher, der Madoff-Vergleich mit Schweizer Parlamentariern und Medien ist Ihnen sehr gut gelungen, insbesondere die Begründungen sind ein Volltreffer. Perversionen ähnlichen Zuschnitts haben auch weltweit zwar zuerst eine Überhitzung gebracht. Jetzt aber scheint die Rechnung mit einer umso grösseren Welt-Rezession bezahlt werden zu müssen. Die erzeugte Scheinwelt in den Märkten ist am Zerplatzen. In dieser Zeit just will die Schweiz mit der weiteren PF ein Abenteuer eingehen, wo ja das Arbeitsvolumen abnimmt und die die Nachfrage danach stark zunimmt. Der Schutz soll zwar mit Flankierenden Massnahmen erfolgen, also staatlich eingegriffen wird. Mit einer a.o. Rezession und Eliminierung des Arbeitsmarktes in der Schweiz, könnte da nicht ein staatlicher Interventionsgrad kommunistischen Zuschnitts die Folge sein, bei einem düsteren Szenario?
Christoph Blocher: Die Personenfreizügigkeit, die die Schweiz mit allen europäischen Staaten abschliessen will, ist ein Grössenwahnprojekt der Hochkonjunktur. Weil, wenn die Übergangsfristen vorbei sind, alle, die auch nur einen Tag in der Schweiz gearbeitet haben, bis fünf Jahre die Sozialleistungen beziehen können. All das glaubte man in der Hochkonjunktur machen zu können. Jetzt kommen schwerere Zeiten. Darum müssen wir jetzt dringend die Notbremse ziehen und wenigstens am 8.2. Nein sagen.
Simon Müller, Goldau: Sehr geehrter Herr Blocher, stimmt es, dass bei einem Ja die Bulgaren auch ohne Arbeitsvertrag in die CH reisen können?
Christoph Blocher: Heute können sie nur als Touristen in die Schweiz kommen bis maximal drei Monate. Dann müssen sie wieder ausreisen. Bei voller Personenfreizügigkeit können sie bis 6 Monate einreisen, hier Arbeit suchen, und wenn sie auch nur wenige Tage hier gearbeitet haben und in den vorherigen zwei Jahren in einem EU-Staat während 364 Tagen, dann bleiben sie hier mit Familiennachzug, beziehen die Arbeitslosenentschädigung und sämtliche Sozialleistungen bis mindestens 5 Jahre. Die Personenfreizügigkeit wird das grosse Problem für die Schweiz werden. Kein Staat ausserhalb der EU hat eine solche Personenfreizügigkeit, weil das die Wirtschaft nicht verkraften kann. Leider denken die Unternehmen im Moment nur an die guten Jahre, und nicht an die schlechten.
Sandro Schirinzi, Emmen: Guten Tag, wie sehen Sie die Problematik, dass die Schweiz europaweit den drittgrössten Ausländeranteil hat (nach Luxemburg und Liechtenstein? Sind sie nicht besorgt?
Christoph Blocher: Die Besorgnis ist gerechtfertigt. Es ist alles eine Frage des Masses. Natürlich sind wir in guten Jahren immer auch auf Arbeitskräfte aus dem Ausland angewiesen, wenn wir sie in der Schweiz nicht finden. Aber mit der Personenfreizügigkeit bekommen wir eine massive Einwanderung ins Sozialsystem, das Schweizer am Arbeitsplatz trifft, zu höheren Lohnabzügen und Mehrwertsteuern führt. Oder man müsste in der Schweiz die Sozialleistungen an das tiefe Niveau anderer Staaten anpassen. All dies ist schlecht. Darum Nein am 8. Feburar.
Harald Gattlen, Aarberg: Guten Tag Herr Blocher, sind sie mit dieser Abstimmung tatsächlich bereit, 15 Jahre Arbeit (Verhandlungen, Verträge, Abkommen etc.) mit der EU zu vernichten?
Christoph Blocher: Nein. Das wird nicht bezweckt. Beim Nein am 8.2. bleiben die Bilateralen Verträge bestehen, das Volk hat dann Nein gesagt zum Personenfreizügigkeitspäckli. Bundesrat und Parlament können eine neue Vorlage unterbreiten, nämlich die Weiterführung der Personenfreizügigkeit. Wer sagt, es werde alles vernichtet, der will den Bürgern mit Unwahrheit drohen oder sogar sie sogar erpressen. Sicher ist: Die Schwierigkeiten werden mit einem Ja für die Schweiz grösser. Bei einem Nein kann die Sache neu geprüft und vorgelegt werden.
Georg Balmer, Bern: Ich habe persönlich schon abgestimmt. Aus meiner Frage entnehmen sie vielleicht schon mein Stimmverhalten. Können sie mir sagen, warum die gesamte Tagespresse für eine Erweiterung der Personenfreizügigkeit ist und warum kein einziges kritisches Votum dagegen publiziert wird?
Christoph Blocher: Jetzt kommt ja eine Gegenstellungnahme. Aber leider haben Sie schon abgestimmt. Doch ich glaube richtig. Es ist leider so in der Schweiz: Bei allen EU- und Ausländerfragen sind Elite, TV, Radio und Zeitungen immer auf der gleichen Seite. Das gehört zum guten Ton. Die Bevölkerung überlässt man sich selbst.
Brigitte Hauenstein, Marthalen: Werter Herr Blocher: Ich gehe dieses Mal mit Ihnen einig, dass mit einem Ja am 8.2. die Sorgen im Land noch grösser werden und wir Schweizer und Schweizerinnen am Arbeitsplatz bald ganz zur Minderheit gehören und nach dem Diktat unserer Einwanderer tanzen müssen. Doch weshalb nur führen sie ihre Kampagne gegen die Erweiterung der PFZ so aggressiv und nur für Randgruppen? Weshalb holen Sie sich nicht auch die Stimmen von uns gebildeten Frauen im Land? Weshalb verdeutlichen Sie nicht, dass 1.7 Millionen Ausländer in der kleinen Schweiz reichen? Dass die Schweiz zu rund 75 % ein Dienstleistungs- und nicht Produktions-, sprich Exportland ist – und die Ja-Werber uns damit mit Absicht auf den falschen Weg führen? Dass Lohndumping in der Schweiz an der Tagesordnung ist, weil wir nur für 2 % aller Berufe flankierende Massnahmen, Lohntarife kennen? Und weshalb unterstützen Sie uns nicht mehr in unserem Selbstwert. Seit Wochen redet uns das Parlament und die Parteien ein, wie dumm, nichtsnutz und unqualifiziert wir Schweizer und Schweizerinnen sind und unser Land, unser Wohlstand nur noch von Fremden gerettet werden kann?
Christoph Blocher: Es wird jetzt eben nur über die Personenfreizügigkeit abgestimmt, und nicht über die anderen Fragen, die Sie mit Recht erwähnen. Wer aber am 8.2. mit Nein stimmt, setzt ein Signal! Auch für die von Ihnen aufgeworfenen Fragen. Es ist klar, dass die Wirtschaftsverbände, die Parlamentarier, die Verwaltung und die Regierungen von den negativen Seiten der Einwanderung weniger betroffen sind. Und weil sie letztlich in die EU wollen, erhoffen sie sich auch dort Vorteile zum Nachteil der Bevölkerung. Und die Bevölkerung, die hier Sorgen hat, wird als dumm hingestellt. Zu diesen Dummen gehöre auch ich.
Sandro Schirinzi, Emmen: Hallo Herr Blocher, Personenfreizügigkeit hin oder her – finden Sie es nicht verrückt, dass jeder 20. in der Schweiz Albanisch spricht? Und das 1/10 der Kosovarischen Bevölkerung in der Schweiz lebt? Nicht zu vergessen ist, dass 1/2 deren Bevölkerung unter 25 Jahre sind, stellen Sie sich vor die hohen Geburtsraten!
Christoph Blocher: Es ist tatächlich so, dass fast 10 Prozent der Kosovo-Albaner in der Schweiz leben. Wir haben alles zu unternehmen, dass wir hier keine Schwierigkeiten bekommen. Darum jetzt auch noch Hals über Kopf für Rumänien und Bulgarien zu öffnen, ist eine Dummheit. Das können wir am 8. 2. mit einem Nein verhindern.
A. Christen, Basel: Gestern fragte jemand, ob das Abkommen auch auf die Länder, die noch nicht in der EU sind, ausgedehnt werden soll (Coopzeitung Nr. 36). Frau Calmy-Reys Antwort, sie antworte immer ehrlich und am 8. Februar stimmen wir über die Ausdehnung ab und auch über die Verlängerung. Frage: Kommen dann automatisch die übrigen Länder, die noch nicht in der EU sind auch zur Personenfreizügikeit ? Besten Dank Herr Blocher.
Christoph Blocher: Wenn der Bundesrat jetzt sagt, man könne die Personenfreizügigkeit mit dem bisherigen Staaten nicht mehr trennen von der Ausdehnung auf Rumänien und Bulgarien und daher nicht gesondert abstimmen, dann handeln sie gegen ihre Versprechen beim Volk. Man hat dem Volk immer gesagt, man könne frei darüber abstimmen. Jetzt machen sie ein Päckli, um das zu verhindern. Wenn das Schule macht, können wir auch nicht mehr frei abstimmen bei der Türkei, Mazedonien, Serbien und Kosovo und weiteren Oststaaten, denen man den Beitritt bereits versprochen hat. Das Nein am 8.2. ist schon deshalb wichtig, damit wir auch in Zukunft frei entscheiden können.
M.S., Wettingen: Herr Blocher, wie lange würde es dauern bzw. wie kompliziert wäre es nach der Kündigung der Bil. I (die gemäss BR Calmy-Rey bei einem Nein eintritt), die nötigen Verträge mit den einzelnen Staaten wieder abzuschliessen?
Christoph Blocher: Auch bei einem Nein muss man keine neuen Verträge abschliessen, ausser der Bundesrat würde diese kündigen, wobei er auch bei einem Nein keinen solchen Auftrag vom Volk erhielte. Aber sollte er diese auch kündigen, ginge es keine sechs Monate, bis er wieder auf uns zukäme. Das Interesse der EU und er EU-Turbo in Bern ist so riesig.
Peter Gabathuler, Zürich: Grüezi Herr Blocher, es ist immer einfach gegen alles Nein zusagen aber wo bietet die SVP klare und transparente Lösungen, sollte es zu einem Nein am 8.2. kommen. Schon 1992 haben Sie gesagt, dass die Schweiz alles Wichtige bilateral mit der EU verhandeln kann. Wie wir ja wissen haben alle nur nicht die SVP die Suppe dann ausgelöffelt bzw. die Verträge verhandelt, die dann wiederum von der SVP bekämpft worden sind. Konkret, was haben Sie für Lösungen zu bieten bei einem Nein?
Christoph Blocher: Die Sache ist einfach: Der Bundesrat legt eine neue Vorlage vor, das heisst, nur die Weiterführung, und verhandelt Bulgarien und Rumänien neu. Beachten Sie, zahlreiche EU-Staaten versuchen, die Verträge mit Bulgarien und Rumänien zu ändern, weil sie grosse Probleme haben. Beispiel Spanien: Seit 1.1.2007 sind 730000 Rumänen und 150000 Bulgaren eingereist, und das Land habe grosse Probleme, wie der spanische Innenminister erklärt.
Thom, Luzern: Grundsätzlich habe ich nicht Angst vor der Osterweiterung. Was ich befürchte ist aber dass, das wir in Zukunft bei jeder europapolitischen Abstimmung mit Drohungen über allfällige Konsequenzen bei einem «Nein» eingeschüchtert werden, wie das jetzt der Fall ist. Ist diese Angst begründet?
Christoph Blocher: Diese Angst ist begründet, darum nicht nachgeben! Die Schweiz macht nicht gerne Bücklinge gegenüber Erpressungen aus dem Ausland.
Rudolf Zeller, Spiez: Mit der Einführung der Personenfreizügigkeit kommen auch Familienangehörige. Dann werden auch allerlei unkontrollierte Nachkommen, ev. mit gefälschten Dokumenten, kommen. die einen versprechen sich medizinische Hilfe (eigene Erfahrung), andere erhoffen sich Hilfe bei einer Anstellung für seine Kinder, welche schulische Schwierigkeiten haben usw. Das kennen wir auch schon von den Jugoslawen.
Christoph Blocher: Diese Gefahren bestehen. Darum braucht es eine kontrollierte Einwanderung, der heutige massive Zustrom von Asylsuchenden birgt hier ein besonderes Problem. Seit einem Jahr haben wieder den alten Asylschlendrian mit Zunahmen von 53 Prozent. Ein Nein am 8.2. wird auch dafür sorgen, dass endlich etwas dagegen getan wird.
Jakob Bäumler, Thusis: Herr Blocher, glauben sie nicht auch, dass man dem freien Schweizer es überlassen sollte, wo, was und wie er abstimmen will? Mit ihrer «Verrücktmacherei» erreichen sie nämlich gar nichts. Frdl. Gruss
Christoph Blocher: Der Schweizer soll frei abstimmen können. Ich lege die Folgen eines Nein und Ja dar und meine Überzeugung. Sie können entscheiden.
Jürg Frey, Teufen: Sehr geehrter Herr Blocher. Migros und Coopzeitung verkommen zu Propagandablättern in diesen Tagen verständlicherweise PRO PFZ. Wahlpropaganda auch auf dem Abstimmungs-Leitfaden auf Titel und Rückseite. Leuthard und Calmy-Rey in Interviews. Frage: Ist das nicht unlauterer Wettbewerb? Firmen dürfen doch keine Politik betreiben, genausowenig wie Angestellte. Ich finde einfach die ganze Drohfingerpolitik ist Verrat an Land und Volk. Ich habe ein NEIN in die Urne gelegt. Aber ich glaube der Kampf geht ob soviel Drohgebärden verloren. So viele Menschen lassen sich dadurch beeinflussen.
Christoph Blocher: Danke, dass Sie Nein gestimmt haben. Tatsächlich ist die Lawinendampfwalze des Pro-Lagers beängstigend und vor allem dass Bundesräte und Regierungsräte millionenteure Prospekte von Interessenverbänden unterzeichnen. Ich hoffe, das Volk merkt etwas.
Herbert Berger, Schlieren: Herr Blocher, Ihr Grossvater hat sich das Schweizer Bürgerrecht damals gekauft. Wie stehen Sie dazu?
Christoph Blocher: Nicht mein Grossvater, sondern mein Ur-Ur-Grossvater kam aus dem Württembergischen, hatte 20 Jahre Schule gegeben und sich für einen Jahreslohn in Schattenhalb im Berner Oberland einbürgern lassen. Von solch strengen Bedingungen höre ich heute nichts mehr!
Martin Kaufmann, Bergdietikon: Warum haben Sie und die SVP anfänglich das Referendum der jungen SVP nicht unterstützt? Wie lange brauchen BR und Parlament um eine neue, getrennte Vorlage durchzubringen, wobei die Erweiterung eventuell nachzuverhandeln wäre?
Christoph Blocher: Die SVP erachtet die Päckli-Lösung als so unwürdig, dass wir die Verantwortung den trickreichen Parlamentariern überlassen wollten. Ich hätte nie gedacht, dass ein solches Päckli in der freien Schweiz möglich wäre! Die Verlängerung der Personenfreizügigkeitsvorlage kann sofort vorgelegt werden. Ab Mai würde sie weiterlaufen, mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten. In den nächsten Monaten ist eine Verbesserung auf dem Verhandlungsweg zu erreichen. Die Ausdehnung auf Bulgarien und Rumänien eilt nicht.
Hans-Peter Tolotti, Matten: Guten Tag Herr Blocher. Ist das legal, dass sich unsere Bundesrätinnen so einsetzen für diese Abstimmung? Bei Ihnen hätte man ein riesiges Tamtam gemacht, wenn Sie sich so für eine Vorlage eingesetzt hätten. Wie sehen sie das?
Christoph Blocher: Es war eben nie das Gleiche, ob ich oder andere etwas getan haben. Was bei den Einen gelobt wurde, wurde beim Andern getadelt.
Hans, Feusisberg: Guten Tag Herr Blocher. Ich denke gar, dass die Vorlage verfassungswidrig ist, da gemäss Art. 34 diese gegen die einheitliche Materie verstösst da zwei Dinge verknüpft sind. Was meinen Sie?
Christoph Blocher: Ich bin Ihrer Meinung, aber wir haben in der Schweiz keine Verfassungsgerichtsbarkeit. Das Parlament entscheidet abschliessend. Das sollte aber kein Freipass sein für alles Unrechtmässige.
Keller, Winterthur: Ist es möglich, dass der Bundesrat auch aus Bequemlichkeit und aufgrund einer Angst der Konfrontation mit der EU einer Erweiterung der Bilateralen zustimmen möchte? Wie würden Sie die Mentalität unseres Gesamt-Bundesrates diesbezüglich beschreiben?
Christoph Blocher: Es ist nicht zu verkennen, der Bundesrat, noch mehr die Verwaltung, aber auch ein Grossteil des Parlaments drängen in die EU, aber sie getrauen es nicht zu sagen. Darum schliessen sie leichtfertig Verträge mit der EU ab oder erfüllen EU-Begehren, obwohl es die Eigenständigkeit, die Handlungsfreiheit und die Neutralität untergräbt. Das Volk sollte das verhindern, zum Beispiel durch ein Nein am 8.2.
Tom, Meinisberg: Herr Blocher, wann ziehen Sie sich endlich aus der Politik zurück und hören auf damit immer wieder auf den Ausländern rumzuhacken? Was wäre die Schweizer Wirtschaft ohne Ausländer (wieviel Ausländer arbeiten eigentlich bei EMS Chemie?)
Christoph Blocher: Wir haben nichts gegen Ausländer, die hier arbeiten, weil wir in der Schweiz zu wenig Arbeitskräfte haben. Aber wir haben etwas gegen die Freipässe für alle und alles, und das tut keinem Ausländer, der hier legal arbeitet, weh. Ein Nein am 8.2. ist nicht gegen die Ausländer, nicht gegen Rumänien und Bulgarien gerichtet, sondern will die unbeschränkte Zuwanderung in unsere Sozialwerke verhindern, weil dies weder die Schweizer noch die Schweizer Wirtschaft tragen können. Die Höchstkonjunktur ist vorbei!
Marco Schirmer, Meilen: Guten Tag Herr Blocher ich finde, Sie sind einfach der beste und ich stimme auch Nein. Das Fass ist schon lange überlaufen. Ich wünsche Ihnen ein wunderschönen Tag.
Christoph Blocher: Ich freue mich für jeden, der auf der Seite der Schweiz kämpft. Danke für die Unterstützung!
Angelo Huber: Herr Blocher wo ist die Gefahr bei einem Ja? Stimmt es, dass wir um unsere Arbeitsplätze bangen müssen?
Christoph Blocher: Die Ja-Propaganda schreibt: «Wir haben 200000 Arbeitsplätze geschaffen.» Und wie viele haben sie bereits abgebaut und werden sie noch abbauen? Es werden in diesem Jahr viele sein, darunter auch Schweizer, und die Personenfreizügigkeit erhöht die Arbeitslosigkeit massiv.
Nelly Bühler Zürich: Könnte es sein dass wir unweigerlich in der EU landen?
Christoph Blocher: Wenn wir nicht aufpassen, werden wir durch die Hintertüren in die EU geführt. Auch darum braucht es am 8.2. ein Nein.
Hehli Olivia, Salez: Herr Blocher, gerne möchte ich Ihnen mitteilen, dass ich an Ihrem heutigen Referat «Personenfreizügigkeit» in Altstätten auch teilnehmen werde. Ich freue mich, Ihnen einmal persönlich zu begegnen. Bis später!
Christoph Blocher: Ich mich auch, bringen Sie noch viele mit, damit auch diese wieder andere überzeugen könne. Dann kommt es am 8.2. gut.
Fabio Käser, Wabern: Lieber Herr Blocher, was würden Sie einem Laien in ein paar wenigen Sätzen sagen, warum ein NEIN die richtige Antwort der kommenden Abstimmung ist?
Christoph Blocher: Mit einem Nein werden wir die Notbremse ziehen, damit nicht auch noch die Personenfreizügigkeit für immer mehr EU-Staaten gilt und dass das Problem der Erhöhung der Arbeitslosigkeit durch die Personenfreizügigkeit entgenommen wird. Mit einem Nein wird es in Zukunft in der Schweiz besser gehen als mit einem Ja. Vor allem in schwereren Zeiten, die kommen werden.
Christoph Blocher: Ich freue mich über das rege Interesse bei Ihnen. Leider konnte ich nicht alle Fragen beantworten. Gehen Sie doch am 8.2. an die Urne, prüfen Sie die Propaganda dafür und dagegen kritisch und stimmen Sie im Interesse nserer Arbeitsplätze, einer guten Wirtschaft und der eigenständigen Schweiz mit Nein./B>