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Die Schweiz spielt am Weltklimagipfel auf der indonesischen Ferieninsel Bali eine aktive Rolle. Sie unterstützt die EU, die sich im globalen Klimaschutz als Schrittmacherin profilieren will. Zum Teil geht die Schweiz noch weiter als die EU: Botschafter Thomas Kolly (49), Leiter der Schweizer Verhandlungsdelegation, stellte am Mittwoch einen neuen Vorschlag zur Diskussion, der hinter den Kulissen der Weltkonferenz zu reden gibt. Der Eidgenosse will den globalen Handel mit Abgasrechten punktuell verbessern. Kolly sucht in Bali europäische, asiatische und lateinamerikanische Delegierte für seinen Vorschlag zu gewinnen – und hofft auf einen positiven Entscheid der Konferenz vor ihrem Abschluss am Freitag.
Konkret möchte die Schweiz den «Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung» (Englisch: Clean Development Mechanism, CDM) durch eine unabhängige Stelle untersuchen lassen. Geschaffen wurde das System durch das
Kioto-Protokoll – in der Hoffnung, die Klimaschutzziele günstiger zu erreichen. Das System verpflichtet die Industriestaaten dazu, den Ausstoss der Treibhausgase ab 2008 zu senken. Reiche Länder und ihre Unternehmen investieren in den Entwicklungsländern in den Klimaschutz und erfüllen dort kostengünstig ihre Reduktionsverpflichtungen. Da und dort erzeugt der Mechanismus aber ungewollt neue Umweltprobleme. In Bali sagte Thomas Kolly: «Das System arbeitet grundsätzlich gut, doch könnte seine Funktionsweise noch etwas verbessert werden.»
Das Anliegen, für das sich die Schweiz in Bali engagiert, kommt jetzt auch in Bern auf den Tisch. SP-Ständerätin Simonetta Sommaruga (47) unterstützt das Ziel nachdrücklich: «Man muss die Qualität dieses Mechanismus überprüfen.» Die Bernerin wünscht den Aufbau eines Emissionshandels auch innerhalb der Schweiz. Sie will dafür noch in der Wintersession einen Vorstoss einreichen.