Die Schweiz diskutiert über den Armeefilm von BLICK Harte Söhne des Vaterlandes – oder Muttersöhnchen?

Der neue Überraschungsfilm von «BLICK erfüllt Wünsche» sorgt für Gesprächsstoff. Unter anderem zeigt er Soldaten im Wellnessbad – und mit Tränen, als sie Besuch von ihren Müttern bekommen. Weicheier sagen die einen, tolle Aktion die anderen.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Mit Pfefferspray und Schlägen Erbitterter Scheidungskrieg um Hund
2 Postkarten für behinderte Denise Facebook-Aufruf berührt die Schweiz
3 «Gut für Menschen ohne Kinder, Humor und Moral» Darum meiden...

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
3 shares
36 Kommentare
Fehler
Melden

Es war der schönste Hinterhalt seit Bestehen der Schweizer Armee: Dank der Aktion «BLICK erfüllt Wünsche» wurde der 60-Kilometer-Marsch für 17 Offiziersanwärter zum unvergesslichen Erlebnis. Eine eigene kleine Chilbi in einer Kiesgrube und eine Wellness-Oase mitten im Wald warteten auf die Truppe. 

Als am Ende der Übung auch noch die Eltern mit dem Lieblingsessen vor ihnen standen, flossen bei manchen Soldaten sogar Tränen der Rührung. Das sorgt für Gesprächsstoff: Sind unsere Soldaten Muttersöhnchen – oder doch harte Söhne des Vaterlandes?

Die Meinungen sind geteilt: «Die beste Armee der Welt wird wohl nun zur weichsten», schreibt Leser Daniel Hofmann. «Von Weicheiern kann wohl nicht die Rede sein! Immerhin mussten im Militärdienst auch schon viele ihr Leben lassen», findet Sonja Zwicker.

So wie sie denkt auch Leser Oliver Brunner: «Die Durchhaltewoche wird auch mit diesen drei Events nicht zu Wellnessferien.» Das klassische Rollenbild des Mannes ist ohnehin nicht mehr starr. Viele Leser finden, dass auch echte Kerle Gefühle zeigen dürfen.

«Coole Aktion»

Die Kommentare sind überwiegend positiv, viele finden die BLICK-Aktion toll – und sind überrascht von der Armee. «Wow, das Militär kann ja auch anders. Coole Aktion», schreibt Hanspeter Reist auf Facebook. Regula Lehwald stimmt ihm zu: «Das ist doch lässig. Und alle, die jetzt meckern, sind doch nur eifersüchtig.» Einige müssen über die Wellness-Oase im Wald schmunzeln. So wie Lionel Werren. Er schreibt: «Aber auch ein wenig fies, wenn man(n) da während einer Durchhaltewoche plötzlich von attraktiven Masseurinnen behandelt wird. Oder gabs dann noch eine Nahkampfübung im Gebüsch?» (Zur Klärung: Nein, die gab es nicht.)

«Auch Männer dürfen heute Gefühle zeigen»

Männertherapeut Franco Fachin (60)

BLICK: Haben Sie die zwiespältigen Reaktionen auf den Film überrascht?
Franco Fachin:
Nein, überhaupt nicht. Unsere Gesellschaft befindet sich immer noch im Wandel. Es gibt heutzutage nicht nur ein bestimmtes Rollenbild für einen Mann.

Wie sehen diese Rollenbilder denn aus?
Die einen finden, ein richtiger Mann ist hart im Nehmen und darf weder Schmerzen noch Emotionen zeigen. Eine steigende Anzahl ist hingegen der Meinung, dass auch Männer Gefühle zeigen dürfen.

Hat sich das in den letzten Jahren verändert?
Ja. Ich arbeite seit 20 Jahren als Berater und habe festgestellt, dass viele Männer heute öfter zu ihren Problemen stehen. Sie reden darüber und lassen sich helfen. Besonders jüngere gehen offener damit um.

Woran liegt das?
Das ist komplex. Unter anderem hat es sicher etwas mit der Erziehung zu tun. Das, was man von den Eltern vorgelebt bekommt, wird später oft  übernommen.

Bei der Schweizer Armee selbst gibt es zwei Fronten. «Einige dachten, der Film sollte die Realität im Militär zeigen. Die fanden es natürlich verweichlicht», sagt Armeesprecher Daniel Reist (58). Die anderen hätten die Aktion sehr positiv und gelungen gefunden. 

Sie würden es wieder machen, sagt Reist. Denn: «Die Armee besteht aus Schweizer Bürgern, und der Film zeigt, dass auch die Soldaten nur Menschen sind.»

Die Meinungen darüber, ob Offiziersanwärter auch Emotionen zeigen dürfen, sorgen für Diskussionen. Die wichtigste Reaktion ist aber eine andere: Der Film löst schöne Gefühle aus. «Das lässt mein Herz höher schlagen in dieser Zeit der schlechten Nachrichten», sagt Charles Huggler. Und Nadine Metzger schreibt: «Der Schluss hat mich zu Tränen gerührt!» 

Publiziert am 16.11.2016 | Aktualisiert am 30.11.2016
teilen
teilen
3 shares
36 Kommentare
Fehler
Melden
BLICK erfüllt Wünsche Der Marsch ins Glück

TOP-VIDEOS

36 Kommentare
  • Manfred  Schnyder aus Wanzwil
    16.11.2016
    Ist ja schön so ein 60 Km Spaziergang, bei uns wurde noch das Schuhwerk Marsche Schuhe B, die Sohle abgelaufen. Die sahen nachher wie Renn Silks aus. Also ,bei einer solchen netten und auf die häutigen Tag zugeschnitten Spaziergänge in der freien Natur. Wo kann man so eine lockre RS bzw abverdienen des Lt. starten , melde mich freiwillig ......
  • Emmanuel  Mindanao 16.11.2016
    Schaut Euch mal bei Youtube die Ausbildung von echten Soldaten (nicht von Pseudo Kriegern) an. Alleine wenn ich die dicken Bäuche sehe wird mir klar, unsere Armee ist eine Pappbecher Truppe. Ich schäme mich einmal mehr. Dieser Film zeigt wie Waschlappen zu geistig motivierten Waschlappen werden. Aber sicherer fühle ich mich kein bisschen
    • Marco  Weber 16.11.2016
      Ich schäme mich überhaupt nicht für die Armee! Denn wir müssen nicht in Kriege ziehen welche uns nichts angehen, im Gegensatz zu den anderen Armeen! Und darauf kann man schon stolz sein!
  • Markus  Immer aus Dumagete
    16.11.2016
    In einer Garnisons-Stadt aufgewachsen sehe ich schon eine bedenkliche Entwicklung! Nicht nur im Militär! Klar es gibt sich schon noch die harten Jungs! Zum Glück! Aber um eine Zahl zu nennen 70 Prozent der Einrückenden sind Bubis und bleiben Bubis auch im Zivilleben! Ich habe im Militär auch geflucht - aber ich möchte keinen Tag missen! Ist halt schon einige Zeit her. Ein besoderes Augenmerk wäre auf die "Halal" Uniformierten zu werfen! Das birgt riesige Sicherheits-Probleme!!
  • Alessandro   Del Piero 16.11.2016
    Echt lustig wie die einen hier reden, als ob ihr damals die Welt gerettet habt. Die heutigen Jungen sagen halt wenn etwas nicht passt und sind keine Ja sager mehr, was auch gut ist. Jeder hat seine Geschichten und Erlebnisse im Militär gemacht. In ein paar jahren sagen die heutigen RS Rekruten sicher das selbe über die neuen wie ihr jetzr über sie oder sie sind intelligenter, könnte auch sein.
  • Xaver  Arnet , via Facebook 16.11.2016
    Im Kontext zu unserer Milizarmee eine respektable Leistung. Dafür herzliche Gratulation und vielen Dank an diese jungen Leute. Auch den Eltern und übrigen Angehörigen einen lieben Dank für die nette Geste. Im internationalen Vergleich, wie beispielsweise mit den U.S. Navy SEALs, die nach dem Leitmotto geschlaucht werden: The only easy day was yesterday - der einzige leichte Tag war gestern -, ist es hingegen eher ein Outdoor Abenteuer-Event.
    • Marco  Weber 16.11.2016
      Natürlich kann man die Schweizer Armee auch mit Elite-Truppen wie den Navy-Seals vergleichen..... sollte man aber nicht.......
    • Marco  Weber 16.11.2016
      Kann den Gedankengang nicht ganz nachvollziehen wiso mann die Schweizer Armee mit einer Elite-Truppe der US-Army vergleicht.......
    • Xaver  Arnet 16.11.2016
      @Lieber Marco Weber: Warum nicht? Gemäss BR Ueli Maurer sind wir auf dem Weg zur besten Armee auf der Welt. An wem sollen wir uns dann messen, wenn nicht mit der zweitbesten? Take it easy! ;-)