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Seit der BLICK den Fall eines umhergehenden Hundehassers in Höngg publik machte, meldeten sich auch heute wieder viele Hundebesitzer bei der Polizei. Sie befürchten, dass ihre Hunde einen mit Frostschutzmittel durchtränkten Köder frassen (im BLICK).
Auch der Tierschutzanwalt des Kantons Zürich, Antoine F. Goetschel, weiss von dem Fall. «Wichtig ist, dass man Ruhe bewahrt und die Angelegenheit sauber abgeklärt wird.» Eine Obduktion der vergifteten Hunde – zwei sind bereits tot – sei unerlässlich.
«Vergiftungen gibt es leider regelmässig», so Goetschel gegenüber Blick.ch. «Die Tiere sterben einen qualvollen Tod. Sterben sie nicht, geht man juristisch immer noch von Misshandlung aus.» Wer Tiere vergiftet, muss tief ins Portemonnaie greifen: «80 bis 100 Tagessätze, die nach dem Einkommen berechnet werden, sowie eine Busse von sicher 1000 Franken, sind demjenigen gewiss», so Goetschel.
Geldbussen gegen solche, die Tieren oft tagelanges Leid verursachen – kann Goetschel damit leben? «Solche Bussen können jemanden schon sehr im Alltag einschränken. Aber es stimmt schon: Manchmal geht mir das Herz über», sagt Goetschel.
Angefressene Katzen
Der Tierschutzanwalt regt sich vor allem bei der Unverhältnismässigkeit bei manchen seiner Fälle auf: Im Kanton Zug schlug ein Spaziergänger einem Hund mit einem Ast so fest auf den Kopf, dass der Vierbeiner einen Schädelbruch davonzog. Die Tierarztkosten für den Halter waren immens. Der Hundeschläger aber wurde gerade einmal mit 200 Franken gebüsst.
Ein weiterer Fall, der dem Tieranwalt unvergessen bleibt: Im Kanton Freiburg ging ein Katzenbesitzer in die Sommerferien. Er band die Katze auf dem Balkon fest, weil er Angst hatte, sie würde ihm die Möbel zerkratzen. «Die Katze vegetierte bei 30 Grad Hitze vor sich hin. Ohne Wasser, ohne Futter. Denn die Bekannte, die sie hätte füttern sollen, tauchte nie auf», so Goetschel. Auch dieser Fall von grober Vernachlässigung kostete den Katzenhalter gerade einmal 200 Franken.
Der schlimmste Fall in seiner dreijährigen Karriere fand in Zürich statt. Ein Mann war ins Drogenmilieu abgerutscht. Seine drei Katzen sperrte er in die Küche ein. «Zwei Wochen später fand man die Tiere: verhungert und verdurstet. Eine hatte die beiden anderen angefressen.»
Am 7. März kommt die Volksinitiative «Tierschutzanwalt-Initiative» zur Abstimmung. Wie in Zürich sollen alle Kantone zwingend einen Tierschutzanwalt einsetzen. Diese sollen die Interessen misshandelter Tiere in Strafprozessen vertreten.
Bundesrat und Parlament lehnen die Initiative ab. Tiere seien in der Schweiz gut geschützt. Tierschutzanwalt Goetschel hingegen ist überzeugt, dass ein solcher Anwalt noch mehr für Tiere erreichen kann. «Viele Entscheide werden dank einem Anwalt für Tiere sorgfältiger durchgesetzt.» (gux)
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Antoine F. Goetschel: «Manchmal geht mir das Herz über.» (Keystone)