Natasha (18) hat sich erfolgreich gewehrt. Ihre Kratzspuren sind in Heinz Käsers Gesicht zu sehen.
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Das Fahndungsfoto der Kantonspolizei Aargau: Erkannt wurde er kurz nach der Tat durch die Kratzspuren im Gesicht.
Ganz verzweifelt sucht Heinz Käser (28) aus Hirschthal AG nach einer Frau. «Ich kann nicht viel bieten. Aber das, was ich geben kann, kommt aus dem Herzen», schreibt er in einem seiner vielen Internet-Profile. Sein grösster Wunsch: «Eine Freundin zu haben, Millionär zu werden.»
Geklappt hat nichts davon.
Jetzt hat er sich eine Frau geholt. Er wollte sie erschiessen. Um sich an ihrer Leiche zu vergehen!
Scheinbar zufällig suchte sich Heinz Käser in der Nacht auf Sonntag Natasha (18) aus. «Er wollte sie mit einem gezielten Kopfschuss umbringen. Um sie dann sexuell zu missbrauchen», sagt Urs Winzenried, Chef der Aargauer Kriminalpolizei.
Dieses grausige Geständnis legt Käser noch in der Tatnacht ab. Unmittelbar nach seiner Verhaftung, im Polizeiauto.
Ein «technischer Defekt» rettet Natasha das Leben. Das 6,35-Millimeter-Geschoss aus Käsers Taschenpistole bleibt am Sonntagmorgen kurz vor 1 Uhr in ihrer Kopfhaut stecken. Sie schreit. Zerkratzt ihm das Gesicht. Er reisst sie zu Boden. Sie wehrt sich, bis er aufgibt.
Rund zwei Stunden später kehrt Heinz Käser an den Tatort zurück. Um nach seiner Waffe zu suchen, die er verloren hat. Die Polizei nimmt ihn fest. Sie erkennt ihn am zerkratzten Gesicht. Die Kampfspuren sind auch auf den Fotos zu sehen, welche die Polizei veröffentlicht hat. «Wir gehen davon aus, dass der Täter nicht zum ersten Mal eine Frau attackiert hat», sagt Winzenried. Die Polizei hofft, dass weitere Opfer Käser wiedererkennen.
Sie könnten aus der ganzen Schweiz sein – Heinz Käser verbrachte seine Freizeit am liebsten im Zug. «Meistens sah man ihn an der WSB-Haltestelle. Er fiel auf, weil er die Frauen immer anstarrte. Aber er sprach nie eine an», sagt Melanie (19). «Sein ganzer Stolz war sein Generalabo. Damit prahlte er herum.»
Auch in der «Traube» in Hirschthal schwärmte er von seinen Reisen. «Wo er überall hingefahren sei. Nach Basel oder ins Berner Oberland zum Beispiel», sagt ein Gast. «Aber er erzählte immer nur von der Hin- und Rückfahrt im Zug. Nie vom Ziel.» Eine Zeitlang jobbte Käser als Minibar-Steward im Intercity.
Bahnfahren sei sein grösstes Hobby. Das schreibt Käser auch im Internet. «Im Zug, im Speisewagen oder zu Hause» treffe man ihn an, schreibt er etwa bei «Webcity». Was er schon immer tun wolle: «Wieder mit einer Frau schlafen.» Seine schlimmste Angst: «Dass mich alle auslachen.»
Der ungelernte Hilfsarbeiter wohnt noch bei den Eltern. Nachbar Fritz Schär (70): «Der Bub konnte einem nie in die Augen schauen. Man bekam ihn nur zu Gesicht, wenn er auf dem Balkon rauchte. Meistens schaute er in Richtung Bahnstation.»
Dort suchte er sich am Sonntag auch Natasha aus. Ist sie nur eines von vielen Opfern?
Mehrere Frauen meldeten sich bis gestern, so Kantonspolizei-Sprecher Bernhard Graser. «Ob auch sie angegriffen wurden, können wir noch nicht sagen. Die Abklärungen laufen.»
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