
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Am 12. Mai hoben die Bundesfahnder und die lokalen Polizeibehörden in Basel und Zürich eine Terror-Zelle aus. Sieben radikale Islamisten wurden verhaftet. Die Aktion fand am gleichen Tag statt, als BLICK über ein geplantes Attentat auf ein israelisches El-Al-Flugzeug in Genf berichtet. Dieses sollte mit einer Panzerfaust RPG-7 durchgeführt werden.
Eine RPG-7 wurde bei der Polizeiaktion in Basel entdeckt. Die grösste israelische Zeitung «Yediot Acharonot» schreibt, dass der Algerier B.* (20) und der aus Libyen stammende B.* (35) beim Verhör in Basel das Versteck der Panzerfaust preisgegeben hätten.
«No comment», sagt Infochef Hansjürg Mark Wiedmer von der Bundesanwaltschaft dazu. Seine Begründung: «Es besteht in diesen sehr heiklen Ermittlungen gegen eine organisierte kriminelle Organisation massive Kollusionsgefahr.»
Auch der Geheimdienst schweigt. Nur er weiss offenbar schon seit dem 12. Dezember 2005 Bescheid, dass die Verhafteten sich eine Panzerfaust besorgten. Das geht aus einem internen Papier von Moschee-Spion Claude Covassi (36) hervor.
Darin wird präzise beschrieben dass der Islamist M.* in der Ex-Sowjetunion unterwegs ist, um eine RPG-7-Panzerfaust zu besorgen. Und dass diese für einen Anschlag in der Schweiz bestimmt ist. Ziel Nummer 1: ein Flugzeug der israelischen Fluggesellschaft El-Al. Covassi hat einen der jetzt Verhafteten aufgrund von Fotos identifiziert.
In Geheimdienstkreisen ist es ein offenes Geheimnis, dass diese Waffe am einfachsten bei den tschetschenischen Rebellen besorgt werden kann. Diese wiederum werden aus Beständen der afghanischen Taliban alimentiert. Trotz ihres Sturzes sitzen die Taliban immer noch auf riesigen Waffenarsenalen. Diese haben die Islamisten einerseits der Sowjetarmee abgenommen, andererseits während der Besatzung Afghanistans durch die Sowjets aus US-Geheimdienstkreisen erhalten.
Bei den Verhafteten – drei sitzen noch im Gefängnis – handelt es sich um Mitglieder der Salafisten-Gruppe für Predigt und Kampf (GSPC). Diese stehen der Al-Kaida von Osama Bin Laden nahe. Ihre Schweizer Basis: Basel.
Die Aktion gegen die Terrorzelle beschränkt sich nicht auf die Schweiz. Zumindest die Nachbarländer Italien, Spanien und Frankreich sind involviert. Einen Hinweis dafür hat der Geheimdienst. Das GSPC-Mitglied A.* (27) offenbarte in einer abgefangenen Internet-Konversation, dass bald «eine europäische Stadt in die Luft fliegt». A. sass vier Monate in Haft, weil er über die Genfer Uni Todesdrohungen mit Köpfungsvideos versandte und Anleitungen zum Bau von Waffen verbreitete.
Israel nimmt die Drohungen ernst. Die Sicherheitsmassnahmen in israelischen Botschaften und Geschäftsfirmen in der Schweiz und in den Nachbarländern wurden als Folge der im BLICK enthüllten Attentatspläne verstärkt.
* Namen der Redaktion bekannt
Ein Taliban mit einer RPG-7-Panzerfaust. Eine solche fand die Polizei in Basel bei radikalen Islamisten.- Keystone