BERN – SBB Cargo hat sich in den letzten Jahren zu einer europäischen Güterbahn entwickelt. Dabei schrieb sie aber immer wieder rote Zahlen und musste mehrfach harte Sparmassnahmen durchführen. Hier die wichtigsten Stationen.
Anfang 1999: Die Bahnreform tritt in Kraft. Die
SBB wird in eine spezialrechtliche Aktiengesellschaft umgewandelt, der Güterverkehr liberalisiert. SBB Cargo entsteht als Tochterunternehmen der SBB für den Güterverkehr. Anfang 2000: Die Spitzen von SBB Cargo und der italienischen FS Cargo beschliessen eine
Fusion. Die Pläne werden aber bald wegen unterschiedlicher Unternehmenskulturen auf Eis gelegt. 2001/2002: SBB Cargo verkauft ihre Logistikzentren in
Basel und St. Margarethen SG an Private. Juni 2002: SBB Cargo gründet zusammen mit den Kölner Häfen und Hupac SA die SBB Cargo Deutschland. Die Deutsche
Bahn steigt gleichzeitig bei der BLS Cargo ein. 3. Juli 2002: SBB Cargo baut 120 von rund 5000 Stellen ab -unter anderem wegen eines Defizits von 70 Millionen Franken im Jahr 2001. 9. Dez. 2002: Die SBB begräbt das gemeinsame Cargo-Projekt «Transalp» mit der italienischen FS und gründet statt dessen die SBB Cargo Italia. 1. April 2003: SBB Cargo muss für 2002 ein Defizit von 96 Mio. Franken hinnehmen. Sie plant einen Abbau von 250 bis 500 Stellen. Dez. 2003: Die SBB Cargo führt als erste Güterbahn in Europa durchgehende Züge zwischen Deutschland und Italien ein. 10. Mai 2004: SBB Cargo beschliesst, im Hinblick auf die Neat den Standort Erstfeld nach Arth-Goldau SZ zu verschieben. August/Oktober 2005: SBB Cargo beschliesst angesichts roter Zahlen eine Ausdünnung des Güterverkehrsnetzes und einen Abbau von mehreren hundert Stellen. Nach heftigen Protesten wird das Sparprogramm gemildert. Schliesslich werden über 300 von 4800 Stellen gestrichen. Nur noch 323 Güterstationen werden bedient statt wie bisher 650. 26. Feb. 2006: SBB-Chef Weibel gibt seinen Rücktritt auf Ende Jahr bekannt. Kurz darauf muss SBB einen Verlust von 166 Mio. für 2005 bekannt geben – unter anderem wegen eines Verlusts bei SBB Cargo von rund 56 Mio. Franken. 28. Juni 2006: SBB Cargo unterteilt sein Geschäft in die Bereiche «Schweiz», «International» und «Instandhaltung». April 2007: Die SBB kann für 2006 wieder einen Gewinn von rund 260 Mio Franken bekannt geben.24. Mai 2007: Die SBB Cargo weitet ihr Angebot bis in den Hafen von Rotterdam aus. Juni 2007: SBB Cargo und die französische Güterbahn FRET SNCF vereinbaren eine gemeinsame grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Ost-West-Gütertransport. 16. Aug. 2007: Daniel Nordmann tritt als SBB Cargo-Chef zurück, weil die Güterbahn auch im abgelaufenen Semester einen Verlust von 35 Mio. Fr. eingefahren hat – dies trotz Steigerung der Transportleistung. Sein Nachfolger wird Nicolas Perrin. 26. Feb. 2008: SBB-Verwaltungsratspräsident Thierry Lalive dEpinay gibt seinen Rücktritt auf Ende 2008 bekannt. 3. März 2008: Der Schweizerische Nutzfahrzeugverband ASTAG verlangt eine Teilprivatisierung der defizitären SBB Cargo. 7. März 2008: SBB Cargo muss für das Geschäftsjahr 2007 einem Verlust von 190,4 Millionen Franken hinnehmen. Sie kündigt den Abbau von über 400 Stellen in
Bellinzona, Basel,
Freiburg und Biel an. Es kommt zu Protestaktionen. (SDA)