Die Chronik im «Fall Nef»

  • Aktualisiert am 02.01.2012

BERN – Spätestens seit dem Bootsunglück der Armee auf der Kander vor über einem Monat stehen Bundesrat Samuel Schmid und Armeechef Roland Nef in der öffentlichen Kritik. Hier die wichtigsten Etappen der Diskussion um die Armeeführung.

8. Juni 2007: Der Bundesrat wählt Brigadier Roland Nef, Kommandant des Lehrverbandes Panzer/Artillerie, zum neuen Chef der Armee. Der 48-jährige Berufsmilitär übernimmt den Posten als Nachfolger von Korpskommandant Christophe Keckeis.

1. Jan. 2008: Nef tritt sein Amt als Armeechef an. Er will im ersten Amtsjahr vor allem «konsolidieren», die Grundbereitschaft der Armee erhöhen, die Logistik in Ordnung bringen und die Personalführung zur Chefsache erklären.

Mitte Januar: Eine auf Jahresbeginn in Kraft gesetzte Weisung von Bundesrat Samuel Schmid, wonach Wachdienst mit durchgeladener Waffe geleistet wird, führt in der Öfentlichkeit zu einer Kontroverse. Schmid räumt bei der Kommunikation Fehler ein.

12. Juni 2008: Bei einem Bootsunfall der Armee auf der Kander bei Wimmis kommen vier Wehrmänner ums Leben, einer wird seither vermisst. Dem zuständigen Kompaniekommandanten einer Luftwaffeneinheit wird in der Öffentlichkeit fahrlässiges Verhalten vorgeworfen. Die Militärjustiz ermittelt.

20. Juni 2008: Weil das tödliche Unglück auf der Kander Versäumnisse von Luftwaffenkommandant Walter Knutti bei der Kaderselektion ans Licht bringt, tritt dieser auf Ersuchen Nefs zurück.

21.Juni 2008: Die abtrünnigen Berner SVP-ler gründen in Bern die Bürgerlich-demokratische Partei (BDP), der auch Bundesrat Samuel Schmid beitritt – dies unter heftiger Kritik der SVP.

Ende Juni 2008: Bundesrat Schmid gerät in die Medienkritik, weil er sich an der Tour de Suisse mit zwei Schönheitsköniginnen der Schweiz fotografieren liess, anstatt an der Beerdigung der Todesopfer des Kander-Unglücks anwesend zu sein.

13. Juli 2008: Die «Sonntagszeitung» berichtet, gegen Armeechef Roland Nef sei zum Zeitpunkt seiner Ernennung eine Strafanzeige wegen Nötigung seiner damaligen Lebenspartnerin hängig gewesen. Verteidigungsminister Samuel Schmid wusste davon.

14.Juli 2008: Schmids Departement VBS räumt ein, Schmid habe bei der Ernennung von Roland Nef zum Armeechef seine Regierungskollegen nicht über die hängige Strafanzeige informiert.

15. Juli 2008: Nef und seine ehemalige Partnerin geben bekannt, die Strafanzeige sei nicht wegen häuslicher Gewalt erfolgt. Sie hätten sich nach der Strafanzeige vor der Staatsanwaltschaft gütlich geeinigt und Stillschweigen vereinbart.

17. Juli 2008: Nef räumt vor den Medien ein, seiner ehemaligen Partnerin eine Wiedergutmachungszahlung entrichtet zu haben. Gegen die Zeitung «Blick», die von «Schweigegeld» berichtet hatte, reicht er eine Klage wegen Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte ein.

18. Juli 2008: Bundesrat Schmid äussert sich erstmals vor den Medien zur Affäre Nef. Er stellt sich voll und ganz hinter Nef als Chef der Armee und rechtfertigt sein eigenes Vorgehen bei dessen Nominierung. (SDA)

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