Die ausgeschafften Tschetschenen-Mädchen bitten Mario Fehr um Aufnahme Marha und Linda sind verzweifelt

Die vier ausgeschafften tschetschenischen Kinder wollen zurück in die Schweiz. Sie stellen im Kanton Zürich ein Gesuch um Aufenthaltsbewilligung.

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Es war früher Morgen, als Polizisten die sechsköpfige Familie M.* in Kilchberg ZH abholten. Per Privatjet wurden die Tschetschenen am 9. Juni nach Moskau ausgeschafft. Im Bus fuhren sie vom Flughafen nach Grosny. 35 Stunden lang (BLICK berichtete).

Viereinhalb Jahre hatte die Familie zuvor in der Schweiz gelebt. Die Kinder besuchten hier die Schule, sprechen nur Schweizerdeutsch.

Jetzt wollen sie zurück. Sie haben ans Migrationsamt des Kantons Zürich ein Gesuch für eine Aufenthaltsbewilligung und Familiennachzug gestellt. «Unsere Kinder fühlen sich fremd und leiden an Heimweh», sagt ihr Vater.

«Furcht begleitet uns auf Schritt und Tritt»

Die Integration in Tschetschenien gestalte sich sprachlich und kulturell äusserst schwierig. «Die Furcht vor dem Regime in Tschetschenien begleitet uns auf Schritt und Tritt», sagt Vater B.M.* Seine Asylgesuche wurden abgelehnt.

Niemand befragte vor der Ausschaffung die Kinder. «Sie wurden behandelt wie Gepäckstücke», so der Anwalt der Familie im letzte Woche eingereichten Gesuch. «Zusammen mit Koffern und Taschen wurden sie nach Moskau ausgeflogen.»

Das verletze die Konven­tion über die Rechte der Kinder, die seit 1997 auch in der Schweiz gilt. Demnach müssten urteilsfähige Kinder «in allen das Kind berührenden Angelegenheiten» angehört werden.

«Zukunft der Familie liegt in den Händen Fehrs»

Anvar (15), Marha (12), Linda (10) und Mansur (4) seien ungefragt, «grundlos und ohne ihr Verschulden» ausgeschafft worden, aus dem Alltag gerissen, getrennt von ihren Freunden.

Das neue Gesuch «hat nichts mit dem Asylverfahren zu tun», betont Roni Bürgin (49) vom Kilchberger Verein «Hier zu Hause», der sich für die Familie M. einsetzt.

«Die Zukunft der Kinder und ihrer Familie liegt nun in den Händen von Zürichs Sicherheitsdirektor Mario Fehr», sagt Bürgin. «Er hat nun allen nötigen Ermessensspielraum, um den humanitär einzig richtigen Entscheid zu fällen und das Gesuch zu bewilligen.»

* Name der Redaktion bekannt

Publiziert am 29.08.2016 | Aktualisiert am 01.09.2016
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42 Kommentare
  • petr  tert 01.09.2016
    An den Anzahl Daumen nach unten sieht man wie Krank diese Gesellschaft doch ist. Und genau das ist das Problem und das wird Euer eigen Schicksal sein.
  • Roman  Bachmair aus Naters
    30.08.2016
    Herr Fehr wird das, wie richtigerweise vom einen und anderen schon festgestellt, kaum selber entscheiden können.

    Für mich scheint es wichtig, dass man hier wie schon gesagt, die bisher angewandte Härte aufrecht erhält, ansonsten haben wir dann wirklich tausende Anträge auf Aufenthaltsbewilligung, mit dem Verweis, dass man es bei denen auch bewilligt hat...
  • Fabian  Molina aus Zürich
    30.08.2016
    Es gibt so viele Leute die das Recht "hier zu sein" verspielt haben, die sich kein bisschen in die Gesellschaft integrieren. Trotzdem dürfen sie bleiben. Die Familie sieht perfekt integriert aus. Es handelt sich hier um eine Familie und nicht um nur "junge Männer". Die Mädchen kleiden sich westlich und sprechen Schweizerdeutsch. Eine unglaubliche Zumutung, dass man einer solchen Familie keine Chance gibt.
  • Meyer  Hans 30.08.2016
    Habe ich richtig gelesen ? Die zwei ältesten (15 und 12) können nur Schweizerdeutsch obwohl sie erst seit 4 Jahre in der Schweiz sind. Und wie kommunizieren Sie mit die Eltern ?
    • Fabian  Molina aus Zürich
      30.08.2016
      Ich denke das "können nur Schweizerdeutsch" bezieht sich auf die Schule. In Tschetschenien hat man ja ein anderes Alphabet und die Schulkentnisse müssen von Anfang an wiederholt werden.
  • Albert  Inglin 30.08.2016
    Jetzt noch schnell ein Präjudiz schaffen und diese Familie wieder in die Schweiz zurückholen. Da freuen sich nachher viele abgewiesene Asylbewerber darüber.