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«Frau Eveline Widmer-Schlumpf war sehr gut vorbereitet. Ihr Eingangsvotum leierte sie zwar atemlos herunter, schnell und abstrakt, sie erschien aber hellwach und strukturiert. Obschon sie durch Geschwindigkeit und Hektik nervös wirkte, beeindruckte sie durch ihr Engagement.
Im Mittelteil der Debatte zeichnete sich die Bundesrätin als aufmerksame Zuhörerin aus. Sobald sie zu Wort kam, waren ihr Engagement, ihre Kraft, ihre Präsenz spürbar. Sie verstand es immer wieder, sich mit klaren Stoppzeichen durchzusetzen.
In der Schlussrunde überzeugte mich Eveline Widmer-Schlumpf voll und ganz. Sie formulierte klar, schlicht und verständlich. Ihre unkomplizierten, gut aufgebauten Gedanken blieben haften: Ich bin gegen Wildwuchs. Ich bin für Spielregeln, für Fair Play im Umgang miteinander!
Der einstige Vollblutrhetoriker Christoph Blocher auf der Gegenseite hat als Redner nachgelassen. Der Druck, das Engagement in G stik und Stimme sind zwar noch da, doch zeigte sich auch: Blocher leidet unter ‹Überdruck›. Seine stets zu laut vorgetragenen Voten zogen sich in die Länge. Er zeigte immer wieder Probleme in der Wortfindung – Konzentrationsmangel?
Blocher hatte sich weniger in der Gewalt und sprach unklarer als früher. Oft lehnte er an seinem Pult, hörte nicht recht zu, wirkte unbeherrscht, lachte SVP-Leuten in der Runde zu, als wolle er seine politischen Gegner auslachen. Wenn die Bundesrätin sprach, wandte er sich sichtlich ab und machte ebenso deutlich Notizen; als nehme er die Aussagen seiner Kontrahentin gar nicht ernst und wolle ihr zugleich die kalte Schulter zeigen.
Fazit: Eveline Widmer-Schlumpf hat mit ihrer disziplinierten Art gepunktet. Gefehlt haben bei ihr aber anschauliche Beispiele und Geschichten.
Alt Bundesrat Christoph Blocher versuchte seine Gegner mit dem verbalen Zweihänder zu besiegen. Er wirkte unbeherrscht und rang zuweilen um Gedanken, Worte und Argumente.»
Marcus Knill: «Eine Brüll-Arena!»- SF