Wie viele Schweizer verträgt das deutsche TV?
HAMBURG – Na, Mahlzeit! Da soll noch einer sagen, wir hätten zu viele Deutsche in der Schweiz. Schaun ’mer doch mal, wie viele Schweizer dem Teutonen-TV Traumquoten bescheren.
Guten Morgen, liebe Deutsche! Wir sind die Knorr-Würze in eurer TV-Suppe, die kusprige Rösti in euren Programmen. Warum sind unsere nördlichen Nachbarn so scharf auf Paola? «Mit meiner Ferien-Hymne ‹Blue Bayou› eroberte ich ihre Volksseele», sagt sie.
Fantastisch: 2006 feierte RTL Paola in der «Ultimative Chartshow» als erfolgreichste Schweizer Sängerin. Und im Doppelpack mit Ehemann Kurt (65) ist die Sängerin noch begehrter. 50 Anfragen bekamen sie letztes Jahr. Die Felixe waren Gäste in fünf Samstagabend-Shows, wurden in der ARD zum Traumpaar gekürt, talkten bei Beckmann und Kerner.
Gestern flatterte Kurt Felix wieder eine Einladung ins Haus. Sabine Christiansen (49) wollte ihn für ihre Sendung am nächsten Sonntag. Thema: «In Würde altern, in Würde sterben». Felix sagte dankend ab. Lieber geht er in Sendungen, die Spass verstehen: «Wir werden als Legenden gefeiert. Die Sender laden uns ein, um ein fröhliches Wiedersehen zu feiern.»
Doch die deutsche Liebe beschränkt sich nicht auf die Felixe allein. Auch Wetterpapst Jörg Kachelmann (48) wurde von den Germanen zum Nordlicht gepolt. Diese Woche bauchpinselte er als Schwangerschaftsvertretung von Sandra Maischberger (40) Talk-Gäste. Thema: «Deutschland in der Pflegefalle».
Nicht als Pflegefall, dafür als smarter Lover spielt sich der Schaffhauser Patrick Rapold (32) in Teutonen-Herzen. Eben erst abendfüllend in der ZDF-Romanze «Im Tal der wilden Rosen».
Auch Ex-Sat1-Wetterfee Tamara Sedmak (30) deutschelt herum – als People-Moderatorin bei Premiere. Und Schlager-Star Leonard bekommt bestimmt bald den deutschen Pass: Beim Ossi-TV MDR ist er zum Aushängeschild geworden. Und vergessen wir Schätzchen Francine Jordi (29) nicht. Die Emmentalerin stopft jedes Loch in einer deutschen Show.
Singen die Deutschen bald im Chor: Einigkeit und Recht und Freiheit – für das Schweizer Vaterland?
aufregung im blätterwald
BERLIN – Das hat eingeschlagen. Seit Tagen berichten deutsche TV-Sender, Radio-Stationen und Zeitungen über die BLICK-Serie «Wie viele Deutsche verträgt die Schweiz?»
Am schnellsten und aufgeregtesten reagierte der «Berliner Kurier». Dieser giftelte schon nach dem ersten Tag der BLICK-Serie: «Schweizer durchgedreht – Neid & Frust wegen fleissiger Konkurrenz».
Vor allem der TV-Spot zur Serie (Schweizer Flagge verwandelt sich in deutsche Flagge) inspiriert unsere Nachbarn aus dem Norden. So färbte das süddeutsche Blatt «Der Sonntag» auf ihrer Frontseite gleich das Matterhorn schwarz-rot-gold ein und schrieb dazu: «Deutsch, wohin man schaut. Die Gastarbeiter aus dem Norden sorgen in der Schweiz für Wirbel.»
ZDF, RTL und ARD schickten Kamerateams in die Schweiz, um über das Thema Deutsche in der Schweiz zur besten Sendezeit zu berichten.
Zwei Seiten widmet das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» der Geschichte über die «ungeliebten Deutschen». Zur BLICK-Serie heisst es: «Das war der Höhepunkt einer Debatte, die das Land seit Wochen bewegt.»








