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Mehrere hunderttausend Euro vorbei an den deutschen Steuerbehörden in die Schweiz zu schleusen: Mit dieser Anfrage gingen ZDF-Reporter in die UBS-Filiale in Baden-Baden. Getarnt als Immobilienhändler filmten die Reporter ihre Treffen mit versteckter Kamera. Die lokalen UBS-Angestellten dort bieten die Dienste eines Schweizer UBS-Aussendienstmitarbeiters aus Basel an, der laut der ZDF-Sendung «Frontal21» als Geldkurier fungieren könnte.
Dies haben Recherchen von «10vor10» ergeben. Und dabei brachte die SF1-Sendung Brisantes ans Tageslicht. So beruhigt im ZDF-Filmbeitrag die UBS-Mitarbeiterin der deutschen Filiale Baden-Baden die angeblich vermögende Kundschaft: Alles werde von den Steuerbehörden unerkannt bleiben. «Deshalb senden wir Kontodokumente nur mit hausinterner UBS-Post. Der UBS-Aussendienst betreut allein in Baden-Württemberg 15000 Kunden.»
Die Reporter treffen den Basler UBS-Angestellten in einem Hotel in Freiburg (D). Der Schweizer äussert keine Bedenken, als die vermeintlichen deutschen Kunden ihm sagen, sie wollen den Betrag an den Steuern vorbei schleusen, und bietet seine Hilfe als Geldkurier an. «Als Schweizer kann es mir egal sein, ob sie ihr Geld in Deutschland versteuern oder nicht.»
Das sieht die deutsche Staatsanwaltschaft natürlich ganz anders: «Wir prüfen auf Beihilfe zur Steuerhinterziehung». So die Aussage im Film.
Solche Aussagen haben jetzt die deutschen Justizbehörden auf den Plan gerufen, wie Recherchen von «10vor10» des Schweizer Fernsehens zeigen. Der zuständige Staatsanwalt Michael Klose bestätigt heute Abend in «10vor10», dass die deutsche Justiz gegen die UBS ermittelt: «Es ergab sich die Information, dass möglicherweise von UBS-Mitarbeitern Tipps gegeben wurden oder noch werden, wie Steuern hinterzogen werden können durch deutsche Staatsangehörige. Wir haben deswegen diese Informationen an die Schwerpunktsstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte in Mannheim weitergegeben damit sie Überprüfungen vornehmen. Daraus könnte ein Strafverfahren entstehen.»
Konkret überprüfen die deutschen Justizbehörden jetzt, ob mit Hilfe der UBS-Mitarbeitenden in Deutschland Geld in die Schweiz geschleust worden ist.
UBS startet interne Untersuchung
Mit diesen Enthüllungen konfrontiert, sah sich die UBS zum handeln gezwungen. Jetzt hat sie eine bankinterne Untersuchung. Pressesprecher Serge Steiner sagt gegenüber «10vor10»: «UBS-Mitarbeiter unterstehen geltendem Recht und klaren bankinternen Richtlinien. Jegliche Verstösse dagegen werden geahndet. Aktive Beihilfe zu Steuerhinterziehung ist weder in der Schweiz noch in Deutschland erlaubt. Wir werden die in der Sendung (Frontal21) im Zusammenhang mit UBS gemachten Aussagen untersuchen.»
Von den Ermittlungen der deutschen Justiz hat die UBS nach eigenen Angaben bis zur Stunde keine Kenntnis erhalten. (snx)