Deutsche Maulwürfe in Schweizer Tresoren?

  • Publiziert: 26.02.2008, Aktualisiert: 03.01.2012

LAUSANNE – Der oberste Privatbankier hält für möglich, dass deutsche Spione unsere Banken untergraben. Droht nun ein Einstellungsstopp für deutsche Angestellte?

Die Steueraffäre in Deutschland hatte ihren Ursprung bei einem Liechtensteiner Bankangestellten, der vertrauliche Kundendaten an die Fahnder verkaufte (Blick.ch berichtete). Vor einem solchen Spion fürchten sich offenbar auch die Schweizer Banken – gerade weil sie viele Mitarbeiter mit deutschem Pass haben.

Wenn die deutsche Bundesanwaltschaft mit dem fetten Scheckbuch winkt, könnten dann gerade Banker aus dem «grossen Kanton» zu Spionen werden? Michel Dérobert, Generalsekretär der Privatbankier-Vereinigung, meint in einem Interview mit «Le Matin»: «Wir können es nicht ausschliessen. Das wäre sehr schade und diese Leute riskieren drei Jahre im Gefängnis».

Deutsche Arbeitnehmer in Schweizer Banken müssten nun natürlich nicht mit dem Blauen Brief rechnen, beruhigt Dérobert. Nur um dann eine Bombe zu zünden: «Ich denke, gewisse Vorsichtsmassnahmen müssen getroffen werden.» Bisher hätten die Schweizer Banken mit Deutschland zwar gute Beziehungen gehabt.

«Aber ich glaube, dass diese Episoden die Deutschweizer Banken künftig in jedem Fall davon abhalten wird, deutsche Bürger anzustellen», warnt der 57-jährige Genfer.

«Spiegel Online» griff die Geschichte von «Le Matin» bereits auf und läutet alle Alarmglocken: «Schweizer Banken wollen keine Deutschen mehr einstellen», titelt das Nachrichtenmagazin und wittert hinter Déroberts Aussagen eine Retourkutsche der Finanzinstitute für das harte Vorgehen der deutschen Steuerfahnder. (hhs)

Haben Sie Angst vor deutschen Maulwürfen? Oder sind Sie Deutscher und fürchten nun um Ihren Arbeitsplatz?

200 Millionen Euro

Kein Aufatmen in der Steueraffäre: Inzwischen ermittelt ein halbes Dutzend Länder gegen mutmassliche Steuersünder. In der Affäre um Steuerhinterziehung via Liechtensteiner Banken seien mindestens 200 Mio. Euro am Fiskus vorbei aus Deutschland ins Ausland geschafft worden. Bei 150 Beschuldigten habe es in den vergangenen Tagen Durchsuchungen gegeben, teilte die Staatsanwaltschaft Bochum heute mit.

Top 3

1 Drei Tote im Kandertal Heli touchierte Drahtseilbullet
2 BLICK zitiert den Luzerner Staatsanwalt «Die kaltblütigste IV-Betrügerin!»bullet
3 Die niedergeschossene Spar-Filialleiterin «Es ist ein Wunder, dass...bullet

Schweiz

Stellen Deutsche Banker in unseren Banken eine Gefahr dar?»

  • 78,4% Ja, man kann ja nie vorsichtig genug sein.
  • 21,6% Nein, so ein Quatsch!