Sterbehilfe Deutsche empört über Zürcher Regeln

  • Aktualisiert am 14.01.2012

ZÜRICH – Die Deutsche Hospiz Stiftung findet die Zürcher Vereinbarung zur Sterbehilfe unmöglich. Sie will, dass der deutsche Aussenminister Steinmeier eingreift.

Die Deutsche Hospiz Stiftung ist eine Interessenvertretung Schwerstkranker und Sterbender. Die Vereinbarung zur Suizidhilfe zwischen der Zürcher Oberstaatsanwaltschaft und Exit (siehe Link «So lässt Zürich sterben») stösst der Stiftung sauer auf. Diese Vereinbarung werde eine «gefährliche Diskussion» auslösen, ist Geschäftsführer Eugen Brysch überzeugt.

Die Zürcher Regelung sei ein weltweites Novum, so Brysch. Sie werde deshalb nicht nur in die Schweiz ausstrahlen, sondern in die ganze Welt. Zwar habe jede und jeder das Recht, sich für oder gegen Suizid zu entscheiden. Organisierte Suizidhilfe bedeute aber eine Entsolidarisierung von schwerstkranken und sterbenden Menschen. Letztere gerieten unter Druck aus Angst, der Gesellschaft zur Last zu fallen.

Probleme hat Byrsch auch damit, dass die Sterbehilfe in Zürich nun strafrechtlich geregelt wird. Das Strafrecht eigne sich grundsätzlich nicht, ethische Probleme zu lösen, sagte Brysch.

Da von der Sterbehilfe in der Schweiz bekanntlich auch immer wieder deutsche Staatsbürger betroffen seien, fordere die Stiftung eine Intervention des Deutschen Aussenministers Frank-Walter Steinmeier gegen die «staatsrechtliche Regelung». (SDA/gux)

Den Deutschen passt nicht, dass die Zürcher die Sterbehilfe regeln wollen.

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