Der WWF behauptet «Wolfsabschüsse führen zu mehr Rissen»

Der WWF setzt sich für die Wölfe in der Schweiz ein. Nun stellt er unter Verweis auf eine Studie gar die Behauptung auf, dass Wolfsabschüsse zu mehr Rissen führen würden.

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Einer der umstrittensten Einwanderer der Schweiz: Der Wolf.  Keystone/MARCO SCHMIDT

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Immer wieder stand das Grossraubtier in den letzten Wochen im medialen Fokus: Der Wolf sorgt in der Schweiz für Emotionen. Während Tierschützer und Naturfreunde die Rückkehr von Isegrim begrüssen, sorgt das artengeschützte Raubtier bei Schafzüchtern für grossen Ärger. Letztes Jahr wurden hierzulande 25 bis 30 Tiere gezählt.

Revision des Jagdgesetzes

Nun wird die Debatte heisser, da der Bundesrat am 24. August die Vernehmlassung für eine Revision des eidgenössischen Jagdgesetzes eröffnet hat. Der Bundesrat will den Schutz von Wolf, Schwan und anderer geschützter Tierarten lockern, wie er vor zwei Wochen bekannt gab. Der Tierbestand soll dezimiert werden dürfen, wenn die Wildtiere grossen Schaden anrichten, Menschen gefährden oder die Artenvielfalt bedrohen.

Vielleicht ist das der Grund, weshalb der WWF unter Verweis auf eine neue Studie eine abenteuerlich anmutende Behauptung aufstellt: «Wolfsabschüsse führen oft zu mehr Rissen von Nutztieren», titelte der WWF in einer Medienmitteilung. 

Neue Studie

Die Studie, auf welche die Tierschutzorganisation verweist, erschien letzten Donnerstag im Fachjournal «Frontiers in Ecology and the Environment». Gemäss den vom WWF zitierten Resultaten soll die Anzahl Risse nach Tötung von Raubtieren in 43 Prozent der untersuchten Fälle gestiegen sein.

Nur in 29 Prozent der Fälle könne ein minimaler und kurzfristiger Rückgang der Attacken auf Nutztiere festgestellt werden. Der Einsatz von nicht-tödlichen Methoden wie Herdenschutzhunden sei hingegen effektiv. 

Kaum vergleichbar

Wenn man sich aber auf die Resultate der Studie zum Umgang mit dem Wolf beschränkt, ergibt sich ein anderes Bild. Zum Wolf, der in der Schweiz immer wieder Schafe reisst, zogen die Forscher sechs Fall-Studien heran. In vier davon wurde der Einsatz von nicht-tödlichen Methoden untersucht.

In allen Fällen erwiesen sich solche Massnahmen als effektiv: Die Anzahl Risse ging zurück. Zwei der Fall-Studien beschäftigten sich mit Wolfsabschüssen. In einem Fall in Nordamerika führte ein Abschuss ebenfalls zu weniger Schäden an Nutztieren, in einem zweiten Fall in Slowenien zeigten Abschüsse hingegen keine Wirkung. 

Die Situation ist allerdings kaum mit der Schweiz vergleichbar, da die Wolfspopulation in Slowenien markant grösser ist. Die Aussage, dass Wolfsabschüsse zu mehr Rissen führten, ist also kaum haltbar. Hingegen zeigt die Studie auf, dass ein umsichtiger Herdenschutz sehr effektiv ist. (pfc)

Publiziert am 07.09.2016 | Aktualisiert am 28.11.2016
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5 Kommentare
  • Jürg  Brechbühl aus Eggiwil
    08.09.2016
    Wölfe haben in unserer Kulturlandschaft nichts zu suchen. Wenn es keine Wölfe mehr gibt, dann braucht man auch keine mehr abzuschiessen und man braucht auch keine Studien mehr zusammeln auf Kosten der Steuerzahler.
    • Thomas  Hager aus Luzern
      08.09.2016
      Und wenn es keine Menschen mehr gibt hat es auch Niemanden mehr der die Wölfe abschiesst.
    • Roland  Wyler 08.09.2016
      ich denke in Eggiwil erhält man Artenschutzsubventionen und bezahlt keine Steuern
  • Morgan  Schwab aus Bülach
    08.09.2016
    Ein umsichtiger Herdenschutz heisst : Hirte, Hütehund und des Nachts Stall ! Was ist daran schwer zu verstehen, liebe Schafhalter ? Wölfe mögen kein Feuer - sie bleiben dem fern . Also auch Feuer machen, und gute Hütehunde. Aber die Schaffe nicht mutterseelenallein lassen.. begreift ihr das jetzt mal endlich ?
  • Reinhard  Agten aus Grengiols
    07.09.2016
    Weniger Wölfe mehr Risse?? Die Schäfer sollten den Schafen ein Herdenschutzkostüm anziehen und dann ab auf die Alpen mit den Kostümierten. Habe noch nie gehört, dass ein Herdendenschutz von einem Wolf gerissen wurde. ODER eben doch besser ohne viel Aufwand mehr Wölfe aus dem Ausland importieren .