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In Europa wird die erwartete Erwärmung der globalen Durchschnittstemperatur um zwei bis fünf Grad bis 2100 durch zunehmende Hitzewellen spürbar sein, heisst in einem Sonderbericht des Weltklimarats IPCC.
Der Kieler Klimaforscher Professor Mojib Latif sagt sagt im Interview mit der «Frankfurter Rundschau», was auf Europa zukommt: «Wir bekommen im Sommer mehr Tage mit sehr heissen Temperaturen, ähnlich wie im Rekordsommer 2003.»
Für die Temperaturen im Süden Deutschlands – also angrenzend an die Schweiz – seien Tagestemperaturen von mehr als 45 Grad möglich. «Die bisherigen Temperaturrekorde liegen heute schon bei über 40 Grad. Da sich die Landmassen stärker erwärmen als die Ozeane, kommen bei uns fast die 50 Grad in Sicht.»
Dürre und Überschwemmungen
Der Bericht wurde nur wenige Tage vor Beginn des Uno-Klimagipfels im südafrikanischen Durban veröffentlicht. Der Weltgemeinschaft wird dabei erneut bescheinigt, welche Auswirkungen ihr Nichthandeln auf die Zukunft der Erde haben kann.
Unter anderem erwarten die Experten eine Zunahme von Überschwemmungen etwa in den Slums von Nairobi und weitere Dürreperioden in der westlichen Sahelzone.
Auch für kleinere Inseln im Pazifik, Atlantik und im Indischen Ozean sieht die Zukunft dem Bericht zufolge wegen des Anstiegs der Meeresspiegel alles andere als rosig aus: Dramatische Auswirkungen auf das Leben der Inselbewohner, die Landwirtschaft, die Wirtschaftslage und die Tourismusindustrie könnten die Folge sein.
Während das erwartete Extremwetter aber in den Industrieländern vor allem riesige Kosten verursachen könnte, bezahlen es in den Entwicklungsländern viele Menschen mit dem Leben, heisst es.
Westschweiz droht schlimmste Trockenheit seit 150 Jahren
Die Westschweiz leidet schon heute unter Dürre. Die fehlenden Niederschläge im November führen zu einer schlimmen Trockenheit. Wie MeteoSchweiz heute mitteilte, zeigen die Flusspegel Tiefststände und das Niederschlagsdefizit in einigen Regionen beträgt fast 50 Prozent.
Der Vergleich der Niederschlagsmengen von Januar bis Oktober 2011 zeigt eine der schlimmsten Trockenheiten der vergangenen 150 Jahre, weist MeteoSchweiz nach. Auch wenn die Trockenperiode nicht an jene von 1921 heranreicht, landet sie doch in gewissen Regionen auf dem zweiten Platz, etwa in Cossonay VD, Payerne VD und Siders VS.
Der verregnete Juli konnte das Defizit des Frühjahrs nicht ausgleichen. Besonders trocken ist es aktuell in weiten Teilen der Westschweiz sowie im Norden und im Zentrum des Mittellands. In Graubünden liegen die Niederschläge im langjährigen Mittel, Bad Ragaz SG hatte sogar etwas Regenüberschuss.
Hoffnung auf Niederschlag gibt es derzeit wenig. Die Meteorologen rechnen bis Monatsende weiterhin mit stabilem Hochdruckeinfluss und damit nicht mit nennenswerten Niederschlägen. Gemäss MeteoSchweiz könnte sich das Niederschlagsdefizit so weiterhin verstärken. (SDA/num)