Der Schweiz droht eine Energie-Krise

  • Aktualisiert am 03.01.2012

GENF/BERN – Droht der Schweiz der Saft auszugehen? Laut Walter Steinmann, dem Direktor des Bundesamts für Energie (BFE) zeichnet sich bereits für die kalten Winternächte des Jahres 2012 ein Energie-Engpass ab.

Deshalb sei schnelles Handeln erforderlich, sagte Steinmann in einem Interview der Westschweizer Tageszeitung «Le Temps». Die ältesten Schweizer Atomkraftwerke Mühleberg und Beznau seien im Jahr 2020 insgesamt 50 Jahre lang im Betrieb. Vernünftigerweise müssten sie zu diesem Zeitpunkt stillgelegt werden. Das BFE werde in den kommenden Monaten das in der Schweiz vorhandene Energiesparpotenzial analysieren. Mit Energiesparprogrammen könnte der absehbare Engpass allenfalls um zwei oder drei Jahre hinausgeschoben werden.

Um die künftige Energieversorgung zu gewährleisten, geht Steinmann davon aus, dass sich die Schweiz für eine Mosaiklösung entscheiden wird, welche die Versorgungssicherheit gewährleistet, aber auch die Klimavorgaben erfüllt. Alle Vorschläge seien willkommen – auch der Radikalvorschlag für den Bau eines neuen Atomkraftwerks.

Über eine solche Lösung würde aber nach Einschätzung des BFE-Direktors letztlich nicht das Parlament, sondern das Volk entscheiden. Steinmann gab ausserdem zu bedenken, dass ein neues Atomkraftwerk frühestens im Jahr 2025 ans Netz gehen könnte.

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