Mit der Nachricht vom Tod des Ricola-CEO Der Konzern schickte die Arbeiter heim

  • Publiziert: 26.11.2011, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Gabriela Battaglia, Claudia Gnehm und Sandro Inguscio
play CEO Adrian Kohler († 53) mit VR-Präsident und Firmengründer-Enkel Felix Richterich (53, r.) im Mai 2010 vor dem Ricola-Werk in Laufen. (ZVG)

Ricola-CEO Adrian Kohler schied am selben Tag aus dem Leben wie der Vizepräsident des Zuger Kantonsrats, Martin Lehmann. Die Nachricht vom Tod ihres Konzernchefs traf die Ricola-Mitarbeiter völlig unvorbereitet.

Der 24. November. Was für ein schwarzer Donnerstag! Seit gestern ist klar: Am selben Tag, an dem sich der Vizepräsident des Zuger Kantonsparlaments, Martin B. Lehmann (48), erschoss, beging auch Ricola-Konzernchef Adrian Kohler (53) Suizid!

Es war kurz vor Mittag, als die Konzernleitung der Traditionsfirma die rund 400 Mitarbeiter über den Tod ihres CEO informierte und heimschickte. Ab Mittag standen die Maschinen in Laufen BL still – «im Gedenken an unseren CEO», so Ricola-Sprecher Bernhard Christen.

Ein angesehener Politiker, ein bekannter Spitzenmanager. Beide entschieden sich, am selben Tag zu scheiden. SP-Kantonsrat Martin B. Lehmann, für den es übernächste Woche eine Trauerfeier geben soll, erschoss sich vor einem Ferienhaus über dem Lago Maggiore (BLICK berichtete). Wie Adrian Kohler, der eine Frau und zwei erwachsene Kinder hinterlässt, starb, ist nicht bekannt. Es gibt Gerüchte, mehr nicht.

Die Situation wird angespannt bleiben


Kohler arbeitete seit 25 Jahren für den Kräuterzucker-Giganten. 2003 stieg er vom Finanzchef zum Vorsitzenden der Geschäftsleitung auf.«Wir haben nicht nur einen beliebten Vorgesetzten, sondern auch einen guten Kollegen und treuen Freund verloren», schreibt die Firma selbst zum Tod Kohlers. Seinen Posten übernimmt bis auf weiteres Verwaltungsratspräsident Felix Richterich (53).

Mit Kohler verliert die Schweiz den Chef einer ihrer grossen Marken. Wie Toblerone, Lindt und Ovomaltine gehört Ricola zu den international bekannten Produktenamen. Das Familienunternehmen litt zuletzt unter dem starken Franken. «Er hat das Jahresergebnis massgeblich beeinflusst», sagte Kohler im April. Damals musste er einen Umsatzrückgang um 4,9 Prozent auf 300,8 Millionen Franken verkünden. Kohler damals: «Die Situation wird aufgrund der Währungsschwankungen angespannt bleiben.»

Ob es einen Zusammenhang zwischen Kohlers Suizid und dem Geschäftsverlauf geben könnte, wollte Ricola-Sprecher Christen nicht kommentieren.

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