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Die Krankenkassenprämien steigen ins Unbezahlbare. Die Gesundheitskosten explodieren. Der Schuldige ist für viele Gesundheitsminister Pascal Couchepin. Doch so einfach ist die Geschichte nicht.
Gute Lobby
Kein politisches Feld ist im Parlament so verfilzt wie der Gesundheitsbereich.
Ein Blick in die Interessenbindungen der Mitglieder der wichtigen Kommissionen für soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK) beweist das – im Ständerat wie im Nationalrat. Hier kommen zahlreiche Interessenvertreter der Krankenkassen, der Ärzte, Spitäler und der Pharmaindustrie in die Quere.
Logische Folge: gegenseitige Blockade und Schuldzuweisung.
Der Filz:
Sie sind bei Krankenkassen angestellt, sitzen in den Verwaltungsräten der Krankenversicherer, präsidieren den Dachverband der Krankenkassen oder sitzen in intransparenten Beiräten.
Sie hocken in den Aufsichtsgremien von Spitälern.
Das Tüpfchen auf dem i: Jedes Mitglied des Parlaments kann zwei Zutrittsberechtigungen ins Parlament vergeben. Und siehe da, wo landen diese Badges, die auch den Zutritt zur heiligen Wandelhalle erlauben? Bei den Lobbyisten, die die gleichen Interessen vertreten.
Bedenklich
BLICK hat ein Dutzend Mitglieder der Gesundheitskommissionen unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist staatspolitisch bedenklich.
Sehen Sie die Vetreter des Filzes und ihre Ämtli in der Diashow.
Und der Blick aufs ganze Parlament ist nicht besser: Dieses Jahr sitzen in der Bundesversammlung 13 Vertreter von Krankenversicherern, 49 von Ärzten, Spitälern und Pflege, 9 Vertreter der Pharmaindustrie und 18 Abgeordnete der Privatversicherer.
Kassenvertreter in den Ausstand?
In der Sommersession soll wenigstens das Kartell der Krankenkassenvertreter gebrochen werden. Die Basler SP-Ständerätin Anita Fetz versucht es mit einer Ausstandsregel für die Kassenvertreter. In der vorberatenden Gesundheitskommission unterlag sie am Dienstag knapp mit 6 zu 5 Stimmen.
Die Zürcher SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr will noch mehr: Krankenkassenvertreter sollen gar nicht mehr wählbar fürs Parlament sein.
Wetten, dass beide Vorstösse abgelehnt werden?
Was sagen zum Filz im Bundeshaus? Schreiben Sie uns!