Der Generalvikar des Bistums Chur über den religiösen Hintergrund des Terrors in Brüssel: Natürlich hat das auch mit dem Islam zu tun

Wer bereit ist, sich ins Jenseits zu sprengen, ist nicht bloss ein durchgeknallter Globalisierungsverlierer. Es geht hier um religiös motivierte Gewalt, es geht um den Islam.

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Der französische Aufklärer Denis Diderot hoffte Mitte des 18. Jahrhunderts, noch den Tag zu erleben, an dem der letzte König mit den Gedärmen des letzten Pfaffen erwürgt würde. Dieser Wunsch ist nur teilweise in Erfüllung gegangen. Die Aristokratie wurde zwar mit der Französischen Revolution weitgehend entmachtet. Sie spielt heute fast nur noch in den Spalten der Klatschpresse eine Rolle. Die Religion aber ist präsent geblieben. Das haben die im Namen Mohammeds verübten Attentate der letzten Monate gezeigt.

Natürlich darf der Terror von Brüssel oder Paris nicht für Islamophobie missbraucht werden. Aber es ist auch naiv, solche Wahnsinns­taten auf ein Problem der inneren Sicherheit oder der verpassten Integration zu reduzieren. Denn es müsste inzwischen allen klar sein, dass da nicht einfach ein paar durchgeknallte Globalisierungsverlierer am Werk sind. Wer bereit ist, sich ins Jenseits zu sprengen, den kann man nicht mit Jobs und Handys zum angepassten Konsumbürger machen.

Nach den Ereignissen von Brüssel werden die aufgeklärten Gesellschaften in Europa deshalb nicht länger darum herumkommen, sich wieder mit Religion zu befassen. Das Osterfest, das wir am Sonntag feiern, kann uns da einen Hinweis geben. Denn es sagt uns: Der Gründer des Christentums hat sein Reich nicht mit Gewalt verbreitet, sondern ist selbst am Kreuz Opfer von Gewalt geworden. Das ist der Grund, weshalb Christen sich nicht auf ihren Gründer berufen können, wenn sie religiös motivierte Gewalt üben. Sicher, sie haben es trotzdem und allzu oft getan. Aber sie haben damit Christus verraten.

Anders die Moslems: Wenn sie religiös motivierte Gewalt üben, folgen sie dem Gründer ihrer Religion, der zum Töten aufgerufen hat. Angehörige dieser Religion haben es deshalb zweifellos schwerer, anzuerkennen, was mit der Aufklärung durchgesetzt wurde: das Gewaltmonopol des Staates.

Die europäischen Staaten werden deshalb von jedem Angehörigen dieser Religion, der bei uns leben will, ein Bekenntnis zum staatlichen Gewaltmonopol verlangen müssen. Wer es nicht ablegen will oder dagegen verstösst, kann nicht in Europa bleiben.

Dabei muss uns bewusst sein, dass auch Christen religiös motivierte Gewalt geübt haben. Und Diderots Aufklärung ist bekanntlich schnell in Terror gekippt. Das sollte uns Europäer davor bewahren, hochmütig zu werden. Mit dem Gewaltmonopol des Staates verteidigen wir ein hohes Gut, dem wir auch nicht immer gerecht geworden sind.

Publiziert am 24.03.2016 | Aktualisiert am 25.03.2016
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Nach Terroranschlägen in Brüssel Salah Abdeslam will doch nach Frankreich

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41 Kommentare
  • August  Sommerhalder aus Amriswil
    25.03.2016
    Offensichtlich werden von den Lektoren keine Kommentare zugelassen, die zu Gunsten der These des Generalvikars sprechen zugelassen. Warum wohl? Vielleicht Muslime? Wer weiss!?
  • Martin  Arnold aus Derendingen
    25.03.2016
    Es hat nichts mit Religion zu tun. Es hat mit Machtanspruch und Einmischung des Westens in Gebieten die ihn gar nichts angehen zu tun! Im Namen der westlichen Zivilisation und Befreiung wurden tausende von Kindern, Mütter und Väter mit unserer Unterstützung hingemetzelt. Jetzt reissen wir die Augen auf und wundern uns!
    Terror ist der Krieg der Armen, Krieg ist der Terror der Reichen!!! Zitat von Peter Ustinov. Wir kenne die Lösung, Entschuldigen , Leben und leben lassen, Akzeptanz und Toleranz!
  • Thomas  Goetz 25.03.2016
    Ich dachte immer, ein Kirchenmitarbeiter hat an die Bibel zu glauben? Und steht nicht in der Bibel, "Auge um Auge". Oder lest nur "So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Frauen, die nicht mehr Jungfrauen sind; aber alle Mädchen, die unberührt sind, die lasst für euch leben." (4. Mose 31,17-18). Und kommt mir jetzt nicht mit der Ausrede "dies ist das Alte Testament". Auch das "Alte Testament" ist Bestandteil der Bibel daher muss es genauso ernst genommen werden.
  • Stefan  Obrist aus Hünenberg See
    25.03.2016
    "Glauben oder dran glauben": Lest doch mal "die Kriminalgeschichte des Christentums" von Karlheinz Deschner, "Der Gotteswahn" resp. "Die Schöpfungslüge" von Richard Dawkins oder sogar "Wir brauchen keinen Gott" von Michel Onfray. Lustig: "Best of Gott - Glaubensshopping leicht gemacht". Wir fliegen zum Mond, benutzen Smartphones und finden uns total schlau. Daneben glauben wir an von Menschen erfundene Märchen. Daher bin ich ein Pastafarian :-)
  • gisela  bruns aus la paz
    25.03.2016
    Islamische Dachorganisationen fordern immer nur dann und dort Toleranz ein, wo sie in der Minderheit sind. Für selbige Organisationen ist es kein Problem innerhalb kürzester Zeit in allen europäischen Städten Massenproteste zu organisieren, wenn es um Karikaturen die ihren Religionsstifter betreffen, geht. Wenn jedoch unschuldige Menschen im Namen ihrer Religion, von ihren Glaubensbrüdern in die Luft gesprengt werden, dann hüllt man sich in ohrenbetäubendes Schweigen.