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Sie hat Stil, sieht gut aus – und ist verschwiegen. Friedrun Sabine Burkhalter, Ehefrau von Didier Burkhalter. (David Marchon)
Friedrun Sabine Burkhalter (42) hat Stil, sieht gut aus und ist extrem zurückhaltend. Ihr Mann Didier Burkhalter (49) hat in den letzten Wochen einiges über sein Leben verraten. Doch über seine Frau gab er fast nichts preis. Aufgefallen ist immerhin, wie oft er sie im Rampenlicht bei der Hand nahm.
Wer ist Friedrun Sabine Burkhalter? BLICK versuchte das Geheimnis zu lüften, machte sich in ihrer Heimat, im Vorarlberg auf Spurensuche in Österreich.
Knapp 3,5 Kilometer südöstlich von Feldkirch liegt die Gemeinde Frastanz. Auf einer Anhöhe, 760 Meter über Meer, findet man den Dorfteil Amerlügen. Eine Idylle mit 225 Einwohnern. Wolkenreste hängen in bewaldeten Hügeln, Kühe grasen am Hang. Hier kennt jeder jeden.
Hier, in einem Bauernhaus, wuchs Friedrun Sabine Schuchter, später Burkhalter, auf.
«Sie war lebhaft und hate immer recht»
«Ich hätte sie nicht erkannt», sagt Thomas Ebenhoch, Leiter der Volksschule in Amerlügen. Er betrachtet nachdenklich ein aktuelles Foto seiner ehemaligen Schülerin an der Seite ihres Mannes. Über dreissig Jahre sind vergangen, seit Friedrun bei Lehrer Ebenhoch die dritte und vierte Klasse besuchte. «Doch, das Lachen, das passt», sagt er. «Das Lachen kenne ich. Friedrun war ein sehr aufgewecktes Kind». Kreativ sei sie gewesen, wie die ganze Familie.
«Sie war so lebhaft und sie hatte immer recht», sagt die Alberta Girardelli (42). In ihrer Kindheit waren sie und Friedrun unzertrennlich.
Februar 1967: Mutter Irma Schuchter ist mit ihrem neunten Kind schwanger. Im Spital Feldkirch besucht sie die ebenfalls hochschwangere Mutter von Alberta. Vier Tage nach Alberta kommt Friedrun Sabine zur Welt.
Die Mädchen wachsen zusammen auf. Friedrun im Bauernhaus ihrer Eltern mit sechs Brüdern und zwei Schwestern. Alberta mit ihrer Familie in der Nachbarschaft.
«Friedrun stand am Morgen nie gerne auf», erinnert sich Alberta Girardelli. «Wenn ich sie für die Volksschule abgeholt habe, war sie noch im Pyjama.»
Zwei ihrer sechs Brüder starben bei Unfällen
Nesthäkchen Friedrun hat sich nie anderen angepasst. «Sie hat immer das getragen, was sie wollte», so Girardelli. «Sie war zum Beispiel die Erste mit spitzen Schuhen.»
Friedrun liebte Tiere, «egal, ob es eine Kröte, ein Hund oder ein Schaf war». Aufregend wurde es jeweils am Fasching. Mutter Irma nähte für die ganze Kinderschar Kostüme. Verkleidet zogen Friedrun und ihre Geschwister durch Amerlügen. Die Fotos vom Fasching sind Erinnerungen an glückliche Kindheitstage. Zwei ihrer Brüder leben nicht mehr: Einer verunglückte tödlich mit dem Motorrad und einer starb bei einem Schiessunfall.
In der Hauptschule trennen sich die Wege von Alberta und Friedrun kurzzeitig: Friedrun muss ein Jahr nachsitzen. Den Rückstand holt sie aber auf. «In ihrem Abschlusszeugnis hat es nur 1 und 2», sagt Hauptschulleiter Walter Ess. In Österreich ist die 1 die beste Note.
«Sie wollte, dass sie alle Sabine nennen»
Das war in der Zeit, als Friedrun plötzlich nicht mehr Friedrun heissen wollte. «Sie hat den Namen gehasst», so Alberta Girardelli. «Sie wollte, dass alle sie Sabine nennen.» Was natürlich niemand tat.
Mit 16 lernt die aufgeweckte Österreicherin in London den sieben Jahre älteren Schweizer Didier Burkhalter kennen. Die beiden verlieben sich. «Sie kam aus London zurück und dann war sie ganz schnell weg», sagt Girardelli. «Es hatte sie richtig erwischt.»
Friedrun zieht zu ihrer Schwester Anna, die da noch in der Schweiz lebt, heiratet später ihren Didier, zieht die drei Söhne gross.
Ein bis zwei Mal im Jahr sind Burkhalters für ein paar Tage bei Friedruns Mutter, die heute mit einem ehemaligen Pflegekind im alten Bauernhaus lebt. Und über die Familie nichts verraten will. Genauso wie ihre Tochter – die neue Frau Bundesrat.