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Viele bewunderten heute das gnadenlose Hickhack in repräsentativen Demokratien, diesen ständigen kabarettistischen Schlagabtausch zwischen Opposition und Regierung, stellte Leuenberger fest. Es werde auch in der Schweiz ganz offensichtlich versucht, ein System von Opposition und Mehrheit einzuführen, indem die Kollegialität verhöhnt und der Kompromiss der Lächerlichkeit preisgegeben würden. Dies steigere vielleicht den Unterhaltungswert der Politik. Eine Demokratie sei allerdings kein Kasperlitheater, bei dem die Guten triumphierten und die Bösen hinter den Vorhang fielen, sagte Leuenberger. Auch seien Kompromisse nicht a priori faul, hätten sie doch harte Bewährungsproben zu bestehen.
Die Identität eines Landes bilde sich auch daran, wie die Menschen miteinander umgingen. So gehöre zu jeder guten Politik, dass sie Rücksicht nehme auf Gegenden, wo die Uhren etwas anders tickten. Leuenberger stellt weiter fest, dass Heimat nicht aus Parolen der Abgrenzung und in selbstzufriedenem Schulterklopfen entstehe. Heimat entstehe vielmehr im sorgfältigen Umgang mit der Kultur und Umwelt sowie in der gemeinsamen Arbeit an der Lebensqualität.
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Forderte zu gegenseitigem Respekt und gemeinsamen Lösungen auf: Bundesrat Moritz Leuenberger. (Keystone)