Dem Bischof drohen bis zu drei Jahre Knast! Schwule zeigen Vitus Huonder an

Es gab Beleidigungen, Friedensangebote und jetzt kommts zur Anzeige. Der Haussegen zwischen Homosexuellen und dem Churer Bistum hängt so schief, dass jetzt ein Richter ran muss.

Schiesst erst gegen Homosexuelle und versucht sich danach zu erklären: Bischof Vitus Huonder (Archivbild) play
Für Bischof Vitus Huonder ist die Homo-Ehe eine «Gräueltat». KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT

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Mit Schwulen und Lesben ein Tanzfest feiern – eher fällt der Churer Bischof Vitus Huonder vom Glauben ab. «Kein Interesse», hiess es seitens seines Büros, als er vergangene Woche eine Einladung für die «Warm-up»-Party zum «Gaywest»-Festival erhielt.

An der Einladung die morgen beim Bischof ins Haus flattert, hat er vermutlich auch kein Interesse. Stellen muss er sich ihr trotzdem.

Mehrere Sonntagszeitungen berichten, dass Pink Cross, der Dachverband der schwulen Männer in der Schweiz, am Montag bei der Behörde eine Strafanzeige wegen «homophober Aussagen des Bischofs» deponieren will. Unterstützung erhält Pink Cross von der Lesbenorganisation Schweiz (LOS).

Belangt werden soll der katholische Geistliche wegen öffentlicher Aufforderung zu Verbrechen oder zur Gewalttätigkeit. Laut der «SonntagsZeitung» drohen Bischof Huonder bei einer Verurteilung bis zu drei Jahre Knast.

Huonder hatte die Wut der Homosexuellen an einem Vortrag im deutschen Fulda auf sich gezogen. Dort zitierte er aus dem Buch Levitikus: «Schläft einer mit einem Mann, wie man mit einer Frau schläft, dann haben sie eine Gräueltat begangen. Beide werden mit dem Tod bestraft. Ihr Blut soll auf sie kommen.»

Dieser Aufruf «zur Wiedereinführung der Todesstrafe für Homosexuelle» habe Pink Cross dazu bewogen, strafrechtlich vorzugehen. «Vitus Huonder nimmt als kirchliche Autoritätsperson in Kauf, dass seine Aufforderung gerade bei christlichen und anderen Fundamentalisten Zustimmung findet und gehorsam befolgt werden könnte», sagt Geschäftsleiter Bastian Baumann zur «SonntagsZeitung».

Wie der Bischof auf den Vorwurf und die Anzeige reagiert, bleibt abzuwarten. Auch an einer Stellungnahme hat Huonder vorerst kein Interesse. Immerhin: nächste Woche will er sich äussern. (mad)

Publiziert am 09.08.2015 | Aktualisiert am 09.08.2015
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  • Peter  Berger aus München
    10.08.2015
    Mit dem gegenwärtigen "etablierten" Verhältnis von Kirche und Staat privilegieren fast alle Schweizer Kantone eine Organisation, deren ranghöhe Vertreter zu Gewalt bis hin zur Tötung aufrufen. Wenn das so weitergeht, werden als Nächstes wohl auch Neonazis und religiöse Fundamentalisten privilegiert.
  • Peter  Berger aus München
    10.08.2015
    Wenn die Rede für Bischof Huonder folgenlos bleibt, werden alle Neonazis und religiösen Fundamentalisten der katholischen Kirche beitreten wollen. Wo sonst kann man ungestraft zu Gewalt bis hin zur Tötung aufrufen.
    Wahrscheinlich wurde Bischof Huonder von deren Vereinen bereits die Ehrenmitgliedschaft angeboten. Gleich und Gleich gesellt sich gern.
  • Hagen  Ulrich , via Facebook 09.08.2015
    Man kann mit jemand reden, der sich an demokratische Spielregeln hält. Wer aber meint, dass sog. "Gottesgesetze" über staatlichem Handeln steht, dem muß Einhalt geboten werden.
  • Thomas  Wyler 09.08.2015
    Bischof Huonders Tritt ins Fettnäpfchen ist unterhaltsam. Was mich eher beunruhigt, sind die Bestrebungen vermeintlicher Aufklärer ohne besondere Legitimierung, jede Meinungsäusserung wider den Zeitgeist durch gesetzliche Maulkörbe zu verunmöglichen.
  • Urs  Hagen , via Facebook 09.08.2015
    3 Jahre Knast mit anschliessender psychiatrischen Verwahrung um sein menschenfeindliches Gedankengut zu therapieren. Ich denke kein Gericht in der Schweiz wird ihn verurteilen, er ist ja kein Temposünder, die Kirche wird schon an den richtigen Fäden ziehen.