Deiss höchster Schweizer

  • Publiziert: 01.08.2005, Aktualisiert: 03.01.2012

ZERMATT – Früh, sehr früh musste Bundesrat Joseph Deiss heute Nacht aufstehen. Kein Wunder, er wollte ja auch hoch hinaus.

Wenn nicht politisch, so doch topographisch war Bundesrat Joseph Deiss am 1. August der höchste Schweizer: Deiss hat am Montag aus Anlass des 150-Jahr-Jubiläums der Erstbesteigung den höchsten Schweizer Berg, die Dufourspitze, bestiegen.

Deiss erreichte den Gipfel auf 4634 Meter über Meer zusammen mit mehreren Seilschaften am Montagvormittag nach etwa sieben Stunden Aufstieg von der Monte-Rosa-Hütte her.

Kurz nach Deiss traf der italienische Landwirtschaftsminister Giovanni Alemanno auf dem Gipfel ein. Er war von der Margherita Hütte aus gestartet. Auf dem Gipfel wurde eine Tafel angebracht zum Andenken an die Erstbesteiger vom 1. August 1855.

Joseph Deiss zeigte sich auf dem Gipfel bei bestem Wetter überwältigt und sehr glücklich. «Diesen Tag so erleben zu können, ist das Verdienst der Schweizer Bergführer», sagte er. Sie machten das sonst Unmögliche überhaupt erst möglich, lobte er.

Um die Mittagszeit werden die Berggänger in der Hütte zurückerwartet, wie Brantschen weiter sagte. Am Abend wird Bundesrat Deiss in Zermatt eine Ansprache zur Bundesfeier halten.

Der höchste Schweizer Berg wurde vor 150 Jahren von britischen Alpinisten und einheimischen Bergführen erstmals bezwungen. Bei der Dufour-Jubiläums-Expedition von Montag waren auch Seilschaften mit Nachfahren der einheimischen Erstbesteiger dabei.

Vier Sprachen auf dem Ballenberg

Bei einem Brunch und volkstümlicher Unterhaltung wandten sich alt Nationalratspräsident und Nationalrat Yves Christen (FDP/VD), Ständerat Filippo Lombardi (CVP/TI), die Aargauer Nationalrätin Christine Egerszegi-Obrist (FDP) und der Bündner Nationalrat Sep Cathomas (CVP) in ihrer Landessprache an die rund 300 Besucher.

Der Wille, die sprachlichen und regionalen Minderheiten zu respektieren, mache das Geheimnis des Schweizer Zusammenhalts aus, sagte Yves Christen laut Redetext. Besser als das Rütli symbolisiere der Ballenberg das Zusammenleben der vier Kulturen.

Filippo Lombardi betonte die Wichtigkeit des föderalen Zusmammenhalts vor dem Hintergrund der europapolitischen Herausforderungen: Diese müssten die Schweiz dazu bewegen, stärker als nie zuvor Zusammenhalt und Solidarität zu üben. Allen Teile der Schweiz müssten sich im Europa von morgen entfalten können.

Christine Egerszegi betonte, Solidarität und Rücksicht zwischen den Bevölkerungsgruppen und Toleranz gegenüber Schwächeren seien nötig, wenn zu Gunsten der kommenden Generationen Probleme gelöst werden sollten. Die Schweiz müsse solidarisch ihren Beitrag zum Frieden in der Welt leisten.

Sep Cathomas bezeichnete den Ballenberg als Symbol für die Schweiz als Ort des Zusammenlebens auf kleinem Raum. Gleichzeitig symbolisiere das Freilichtmuseum die Unterschiede der Regionen und die notwendige Erneuerung des Landes.

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