Deiss: Das ist Patriotismus

  • Publiziert: 01.08.2005, Aktualisiert: 03.01.2012

ZERMATT – Nach der Besteigung der Dufourspitze hielt Bundesrat Joseph Deiss seine 1.-August-Rede: Nicht Abschottung, sonder Kooperation bringe die Schweiz weiter, erklärte er.

Der Volkswirtschaftsminister zog in seiner Ansprache verschiedene Parallelen zwischen den mit grossen Anstrengungen verbundenen Aufstiegen auf hohe Berggipfel und den Entscheidungsprozessen in der Politik. Eine Bergtour wie etwa auf die Dufourspitze bringe Weitsicht und ermögliche die Erkenntnis, dass die Schweiz ihren Wohlstand nur durch am Nutzen orientierte Zusammenarbeit mit den Nachbarländern und den Gästen im eigenen Land erreicht habe.

Es gehe darum, die Interessen der Schweiz auch im internationalen Umfeld zu wahren, ohne dabei «unsere Eigenart, unsere Tugenden und unsere Werte zu verleugnen». Das sei Patriotismus und habe weder mit Rosinenpickerei noch mit Anpassertum etwas zu tun.

Aus Sicht von Deiss ist Zusammenarbeit das Schlüsselwort sowohl im Tourismus wie auch in der Politik. «Wer alleine feiert ist ein armer Tropf», sagte der Volkswirtschaftsminister in Anspielung an ein geselliges Treffen mit dem italienischen Landwirtschaftsminister Giovanni Allemanno. Patriotismus heisse nicht, stur am Bestehenden festzuhalten – und es stimme auch nicht, dass der Starke allein am mächtigsten sei, sagte Deiss. Die Zukunft der Schweiz liege ganz im Zeichen der Kooperation, nicht in der Abschottung und in der Einigelung.

Am vergangenen 5. Juni habe das Stimmvolk mit dem Ja zu den Verträgen von Schengen und Dublin die Europa-Route einmal mehr bestätigt, nun gelte es den Kurs auch bei der Personenfreizügigkeit am 25. September beizubehalten. «Gegen Sturzgefahren und Risiken haben wir uns abgesichert, nicht mit Felshaken und Eisschrauben, aber mit flankierenden Massnahmen», sagte Deiss.

play Bundesrat Joseph Deiss rief in seiner Rede zur Zusammenarbeit mit der EU auf. (Keystone)

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