Staus und Unfälle: Das Verkehrschaos am Gubristtunnel

ZÜRICH – Jeden zweiten Tag kilometerlange Staus und im Wochentakt Unfälle. Der Gubristtunnel sorgt für rote Köpfe. Die gute Nachricht: Er wird ausgebaut. Die Schlechte: erst 2016!

  • Publiziert: 09.06.2009, Aktualisiert: 13.01.2012
  • Von Mario Gertschen
play Unfälle und kilometerlange Staus sind hier an der Tagesordnung: Der Gubristtunnel. (newspictures.ch)

Heute Morgen um 6.20 Uhr krachen sechs Autos ineinander, weil die Lenker zu wenig Abstand halten. Der Unfall verursacht einen Stau, in welchem sich nochmals vier Autos ineinander verkeilen. Kein ungewohntes Bild am Gubrist. Seit Jahren ärgern sich hier die Autofahrer grün und blau wegen der ständigen Wartezeiten.

Die Westumfahrung hat zwar das Verkehrschaos in der Stadt Zürich beheben können, aber gleichzeitig das Problem am Gubristtunnel verschlimmert. Das Nadelöhr der Schweiz ist aber nicht nur für Pendler ein Ärgernis. Transportunternehmen erhalten durch die bald täglichen Staus jedes Mal riesige Verspätungen.

«So etwas ist in der heutigen Zeit einfach nicht tolerierbar», sagt Transportunternehmer und SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner gegenüber Blick.ch. «Unsere Chauffeure haben durch die ständigen Staus einen massiven Druck». Das führe dann unweigerlich zu Unfällen, da man den Zeitplan möglichst einhalten wolle und auch mal ein wenig zu schnell fahre.

Dritte Röhre erst 2016

«Man hätte schon lange eine dritte Röhre bauen müssen», klagt Giezendanner, «doch die Politik hat das Problem immer nur aufgeschoben». Das sieht auch Reto Cavegn, Geschäftsführer des TCS Zürich, so. Gegenüber Blick.ch sagt er: «Ich habe schon 1996 einen Vorstoss gemacht, dass zusammen mit der dritten Bareggröhre auch der Gubrist ausgebaut wird.» Doch das habe der Kanton Zürich schlichtweg verschlafen.

Der Bundesrat hat zwar im September 2007 einer dritten Röhre zugestimmt, diese wird aber frühestens 2016 befahrbar sein. «Zehn Jahre zu spät», wie Ulrich Giezendanner anmerkt. TCS-Geschäftsführer Cavegn dazu: «Ich denke, dass sich der Baubeginn sogar auf 2011 verschieben wird.»

«Ich werde Druck machen, dass der Bau zügig vorangetrieben wird», sagt SVP-Nationalrat Giezendanner. «Aber bis die dritte Röhre fertig gestellt ist, wird man sich daran gewöhnen müssen, dass beinahe täglich ein Stau am Gubrist den Verkehr zum Erliegen bringen wird.»

«200 Stunde pro Jahr im Stau»

Auch die Blick.ch-Leser kennen und kritisieren das Nadelöhr Gubristtunnel: «Seit vier Jahren fahre ich täglich die Strecke St. Gallen-Baden. Ich bin aus beruflichen Gründen auf das Auto angewiesen. Jedes Jahr verbringe ich umgerechnet 9 Tage zusätzlich im Auto, weil eine ganze Menge Leute ihren Untersatz nicht im Griff haben und sich gleichzeitig selber überschätzen und endlos Stau produzieren», sagt Stefani Meier aus St.Gallen.

Auch Bruno Arpagus kennt das Problem der drängelnden Fahrer im dicht befahrenen Autobahntunnel: «Ich fahre jeden morgen durch den Gubrist und habe festgestellt, dass die meisten Autofahrer keinen Sicherheitsabstand einhalten. Vor allem bei der sehr kurzen Einfahrt Weiningen habe ich schon einige heikle Dinge erlebt.»


Chaos am Gubristtunnel: Wie erleben Sie das Verkehrsproblem?

Dritte Röhre

1985 wurde der zweiröhrige Gubristtunnel eröffnet. 2001 gab die Baudirektion des Kantons Zürich eine Beurteilung einer dritten Röhre in Auftrag. Im Juni 2002 stimmte das ASTRA der Erarbeitung eines Projekts zu.

Am 12. Juli 2007 hat auch der Bundesrat das Projekt genemigt. Je nach Dauer der Einsprachebehandlungen rechnet man mit einem frühst möglichen Baustart ab 2010. Gewisse Vorarbeiten sind aber schon in diesem Sommer geplant. Die Hauptarbeiten werden zirka 6 Jahre dauern.

Top 3

1 Drei Tote im Kandertal Heli touchierte Drahtseilbullet
2 BLICK zitiert den Luzerner Staatsanwalt «Die kaltblütigste IV-Betrügerin!»bullet
3 Die niedergeschossene Spar-Filialleiterin «Es ist ein Wunder, dass...bullet

Schweiz