ZÜRICH – Für Bundesrat Couchepin selbst ist klar, wer sein Nachfolger werden soll: Ständerat Didier Burkhalter. Blick.ch interviewte den Neuenburger.
Blick.ch: Herr Burkhalter, heute Morgen hat Bundesrat Couchepin seinen Rücktritt bekannt gegeben. Wie geht es Ihnen jetzt?
Didier Burkhalter: (zögert) … mmhm. Gut.
Warum sind Sie so vorsichtig?Sehen Sie, die Lage ist schwierig. Die
FDP muss sehr sorgfältig abwägen, wen sie als Kandidaten für den Bundesrat aufstellen will.
Wann haben Sie vom bevorstehenden Rücktritt von Pascal Couchepin erfahren?Vor rund einer Woche.
Bundesrat Couchepin hat zu Ihnen gesagt: «Didier, halt dich bereit!» Das ist doch eine Steilvorlage für Sie!Nein, nein. Das ist vielleicht zuviel der Ehre für mich. Ich glaube, das hat er auch zu anderen gesagt.
Trotzdem: Sie sind im Rennen – oder?Mein Entscheid ist noch nicht getroffen. Ich werde mir jetzt etwas Zeit nehmen und nochmals überlegen.
Warum glauben Sie, dass Sie für dieses Amt qualifiziert wären?Nun, ich politisiere seit 25 Jahren. Aber Bundesrat ist natürlich noch einmal etwas ganz anderes.
Wovon werden Sie denn Ihre Bereitschaft für eine Kandidatur abhängig machen?Das werden die kommenden Wochen zeigen. Ich möchte mich aber auch auf jeden Fall mit meiner Familie absprechen. meine Frau und meine drei Söhne sollen mitentscheiden.
Didier Burkhalter
Seit Pascal Couchepin vor wenigen Tagen die unterdessen berühmten Worte sprach – «Halt dich bereit!» wird Didier Burkhalter (49) als heisser Kandidat für die Couchepin-Nachfolge gehandelt. Burkhalter war Stadtrat von Neuenburg. Seit 2005 ist er Vize-Fraktionspräsident der FDP. Vom Dezember 2003 bis Dezember 2007 war er im Nationalrat, heute sitzt er im Ständerat.
Bekannt wurde er mit seiner Motion für die Einführung eines Entführungsalarms. Laut Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf wird bis Ende Jahr ein Alarmsystem bei Kindesentführungen bereitstehen. Damit reagierte Burkhalter auf die Ermordung der 5-jährigen Ylenia 2007.
Der verheiratete Ökonom lebt in Neuchâtel und hat drei Söhne im Alter von 21, 18 und 16 Jahren. Sein Handicap: Ausserhalb des Westschweiz ist Didier Burkhalter nur wenig bekannt.