Spenden-Sammeltag Das passiert mit Ihrem Geld für Pakistan

  • Publiziert: 18.08.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Ann Guenter

Spendensammeltag für die 20 Millionen Flutopfer in Pakistan. Die Schweizer zeigen sich einmal mehr solidarisch. Doch was passiert mit so viel Geld? Wie kommt es nach Pakistan? Und was ist in einer Spende von 200 Franken drin?

Bis 17 Uhr hat die Glückskette bereits Spendenzusagen von über 8,5 Millionen Franken. Auch grosse Institutionen zeigten sich von ihrer spendablen Seite: Auto-Händler Amag und die CS spenden je eine Million Franken für die Flutopfer. Die Spende der Credit Suisse ging direkt ans Rote Kreuz.

«Zu den Spendenzusagen kommen heute noch die Einzahlungen online und am Postschalter. Diese Summen sind erfahrungsgemäss ähnlich hoch wie die Spendenzusagen», sagt Glückskette-Sprecherin Priska Spörri zu Blick.ch.

Zum Vergleich: Am Spendensammeltag für die Erdbebenopfer von Haiti gingen insgesamt 20 Millionen Franken ein.

Spenden in Raten ausbezahlt

Und das passiert mit den Schweizer Spenden: Während die Glückskette sammelt, haben 31 Hilfswerke die Projektanträge eingereicht. Die Glückskette bestimmt so, wer vor Ort für was verantwortlich ist.

Dann treten die Mitarbeiter von Caritas, dem Roten Kreuz oder Ärzte ohne Grenzen in Aktion. «Sie erhalten das gespendete Geld in Raten», sagt Bettina Iseli zu Blick.ch. Sie arbeitet für Caritas und HEKS vor Ort in Pakistan.

Lokale Lieferanten, die den Hilfswerken zuvor ihre Offerten vorlegen mussten, bringen die Waren in Zwischenlager vor Ort. Die Hilfswerks-Mitarbeiter bringen diese direkt zu den hilfsbedürftigen Familien.

Drei Kits mit je 24 Gegenständen

Sie orientieren sich an Listen, die vom Dorfältesten, dem Bürgermeister oder einer anderen Respektsperson zusammengestellt werden. Diese Listen dienen den Hilfswerken quasi als Endquittungen und stellen sicher, dass sich niemand bereichern kann. Jede Familie muss mit der Unterschrift den Erhalt der zugedachten Güter bescheinigen.

Was wird konkret mit den Spenden gekauft? «Neben Essen gibt es drei Pakete. In jedem hat es 24 Gegenstände. Das Shelter-Kit enthält grosse Plastik-Blachen und Decken, das Kitchen-Kit Töpfe, Teller, Gläser aber auch Wasser-Aufbereitungspillen. Und schliesslich das Hygiene-Kit mit Seife, Tüchern, Waschmittel», so Iseli.

Die Taliban-Gefahr

Die drei Sets kosten 88 Franken. Eine 200-Franken-Spende unterstützt also zwei Familien. Und das rund drei Monate lang.

Hat Caritas-Mitarbeiterin Iseli denn keine Angst vor Übergriffen, etwa durch die Taliban, die keine Westler im Land dulden? «Nein, ich habe keine Angst», sagt Iseli. «Natürlich schauen wir, dass wir nicht mit auffälligen, grossen Caritas-Logos herumlaufen. Und wir besuchen die Dörfer immer in Begleitung von erfahrenen Einheimischen.»

Hilfe durch Taliban?

Zudem hielten sich die Extremisten vor allem in den abgelegenen Gebieten auf. «Sie müssen sehen: Es gibt natürlich ein Sicherheitsrisiko. Aber bei einer Bevölkerung zwischen 15 und 20 Millionen Menschen machen die Extremisten nur eine Minderheit aus», sagt Iseli.

Stimmt es, dass das Ansehen der Taliban seit der Katastrophe unter der Bevölkerung stark gewachsen ist, weil diese als erste anpackten und Hilfe leisteten? Iseli: «Ich denke nicht, dass das der Fall ist. Alle Leute hier wissen, was das Taliban-Regime ihnen angetan hat. Es gibt fast keine Familie, die nicht jemanden wegen den Taliban verloren hat. Das vergessen die Menschen hier nicht so schnell.»

Spenden Sie!

Sie können für die Flutopfer Pakistans spenden auf

Postkonto 10-15000-6
Glückskette
1211 Genf

Oder auf

www.glueckskette.ch

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