Das Martyrium dauerte 6 Jahre Wenn die Eltern in die Kirche gingen, verging sich P. W. an seinem kleinen Bruder

ZÜRICH - Sechs Jahre lang hat sich der heute 21-jährige P.W. an seinem kleinen Bruder vergangen. Gestern musste er sich vor dem Bezirksgericht Zürich für seine Taten verantworten.

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In seiner Arbeitskleidung erschien P. W. (21) gestern vor Gericht.

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Zehn Jahre alt ist E. W.*, als für ihn die Hölle beginnt: Immer wieder vergeht sich sein vier Jahre älterer Bruder P. W.* an ihm. Erst als 16-Jähriger traut er sich, über den Horror im Kinderzimmer zu sprechen. Gestern musste sich der heute 21-jährige P. W. vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten.

In seiner Arbeitskleidung stand der Gärtner kurz nach 14 Uhr vor dem Richter und sagte: «Ich habe keine Erklärung für das, was passiert ist.» 

Das, was passiert ist, macht sprachlos: Die Familie ist in den Ferien in Österreich, als es 2009 zum ersten Übergriff kommt. Daheim geht der Missbrauch weiter. Wenn die Eltern jeweils am Mittwochabend in die Kirche gehen, holt der ältere Bruder den jüngeren in sein Zimmer.

Wenn er sicher ist, dass die Eltern nicht plötzlich nach Hause kommen, zieht er sich und seinen Bruder nackt aus. Laut Staatsanwaltschaft legte P. W. sich dann aufs Bett und der Kleine musste sich auf ihn legen. Mehrfach befriedigt der Angeklagte seinen Bruder auch oral – und umgekehrt. Erst nach seinem 16. Geburtstag bricht E. W. sein Schweigen. 

14 Tage lang sass der ältere Bruder im November 2015 in Untersuchungshaft. Er ist geständig: «Ich habe einen Fehler gemacht. So etwas wird nicht mehr passieren.» Das glaubt auch der Gutachter. Die Rückfallgefahr schätzt er als gering ein, eine pädophile Störung könne er ausschliessen. Der Täter sei eigentlich an Frauen interessiert.

Unterdurchschnittlicher IQ von bloss 78

Es ging ihm offenbar auch nicht primär um Sex, sondern um Macht. P. W. hat laut Gutachter ein grosses Dominanzstreben. Durch die Handlungen habe er versucht, seine mangelnde Selbstsicherheit zu kompensieren.

Das Bezirksgericht Zürich hat eine Frau wegen vorsätzlicher Tötung zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt. play
Das Bezirksgericht Zürich hat eine Frau wegen vorsätzlicher Tötung zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt. KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Neben seinem Bedürfnis nach Macht wurde beim Angeklagten eine schwere Form der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) festgestellt. Und ein unterdurchschnittlicher IQ von bloss 78. Trotzdem ist er laut Gutachter voll schuld­fähig. Denn er wusste, dass er ­etwas Unrechtes tat. «Er hat seinem Bruder gesagt, er soll niemandem etwas erzählen», sagt der Experte.

Zudem war es dem älteren der Brüder möglich, geplant zu handeln. Erst wenn die Eltern garantiert weg waren, verging er sich an seinem Opfer. Wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit Kindern forderte der Staatsanwalt vier Jahre Knast. 

Zu hart, fand das Gericht und verurteilte P. W. zu 20 Monaten, die aufgeschoben werden. Statt ins Gefängnis muss er die nächsten zwei ­Jahre in einem betreuten Wohnsetting leben und eine ambulante Therapie machen.

* Namen von der Redaktion geändert

Publiziert am 28.10.2016 | Aktualisiert am 11.12.2016
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31 Kommentare
  • Wilhelm  Tell aus Laufen
    12.12.2016
    Der Jüngere wurde vom älteren Bruder aufgeklärt, etwas, das die Eltern versäumt hatten, wer rennt schon am Mittwoch in die Kirche? Und dafür soll er nun bestraft werden, obwohls dem Jüngeren ja auch Jahre lang gefallen hat!? Eigentlich müsste er belohnt werden über soviel Anteilnahme an der sexuellen Entwicklung seines Bruders.
  • Jsa  Sigron aus Schangnau
    28.10.2016
    Er wusste was er tat- dafür wäre er angemessen zu bestrafen und da sind auch 4 Jahre nur ein schlechter Witz! Wenn wären hier sicher mal 10 Jahre angebracht- auch aus Rücksicht auf das Opfer. Ob Bruder oder nicht Bruder. Das die Eltern in die Kirche gingen, hat mit der Tat nichts zutun- keiner ahnte ja, was der Typ mit seinem eigenen Bruder vorhatte!
  • Gil-Dominique  Matthey , via Facebook 28.10.2016
    20 Monate bedingt weil 48 Monate zu hart sind? 6 Jahre Martyrium für den kleinen Bruder sind 72 Monate, mindestens so lange hätte das Urteil ausfallen müssen. Aber eben, es wird wieder mal der Täter mit Samthandschuhen angefasst. Er ist Schuldfähig, zwar nicht die hellste Kerze auf der Torte aber er gibt es ja selber auch zu. Und dann wieder die Ausrede mit ADHS. Der gehört nicht in ein Wohnsetting, der gehört in den Knast und meinetwegen dort Therapiert.
  •   , via Facebook 28.10.2016
    Es ist 03:00Uhr Nachts und ich bin auf der A1 Richtung St Gallen unterwegs. Alleine im Auto und fahre 200km/h. Ich gefährde keinen einzigen Menschen weil weit und breit nichts zu sehen ist ausser die 3 Spurige Autobahn.
    Strafe: 1-4 Jahre Haft bedingt, ausweisentzug auf Lebenszeit, Ausschafung.

    20 Monate unbedingt, für so etwas schlimmes kann ja nicht sein. "Kopfschütteln"
    • Tao  Budo , via Facebook 28.10.2016
      1. Mit 200 km/h auf der Autobahn ist immer eine Lebensgefahr. Wer sagt denn, dass nicht ein Auto auf dem Pannenstreifen auftaucht oder ein Pannenfahrzeug unvermittelt auf der Strasse steht. Mit 200 ist man schnell unterwegs.
      2. Gilt meines wissens (auch für Ausländer) ein Tempolimit von 120 km/h in der Schweit.
      3. Zu viele Leute wurden schon tot gefahren, weil ein "Hengst" am Steuer sich überschätzt hat.
      4. Die Strafe ist gerechtfertigt!
      5. Sexualverbrecher müssten auch nach meiner Meinung v
    • Peter  Muster aus Koppigen
      28.10.2016
      Ach bleiben sie realistisch. Zu 99.999 Prozent passiert bei guten sicht und strassenverhaltnissen auch bei zu hoher geschwindigkeit nichts. wann haben sie vom letzten raserunfall auf der autobahn gehört? Ich in den 90er jahren.man hört nur ständig von unfällen wegen unachtsamkeit, was sogar statistisch bewiesen ist, dass es viel gefährlicher ist.Beim anderen fall wurde mit 100 Prozent warscheilichkeit ein schaden angerichtet.
  • Susanne  Reich 28.10.2016
    Es geht doch nicht in erster Linie um die Rückfallgefahr sondern um eine Bestrafung für das Unrecht, welches er seinem Bruder angetan hat. Wie fühlt sich wohl sein Bruder? Könnte mir vorstellen, dass dies für ihn bedeutet, was er jahrelang erdulden musste, sei halb so schlimm. Doch heutzutage gilt ja, Hauptsache dem Täter geht es gut...
    • Sabina  Wallner 28.10.2016
      "Es geht doch nicht in erster Linie um die Rückfallgefahr sondern um eine Bestrafung für das Unrecht, welches er seinem Bruder angetan hat."

      Das finde ich, ist ein ganz wichtiger Punkt.
      Leider ist es aber auch so, dass vielmehr geschaut wird, wie Täter, gerade junge Täter, am besten resozialisiert werden können. Für die Opfer ist das unglaublich schlimm und kaum zu ertragen, dass da keine Gerechtigkeit waltet. Das ist eine zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit.