Im Stadtzentrum nur noch saubere Autos «Das ist eine Furzidee»

  • Publiziert: 31.08.2010, Aktualisiert: 02.01.2012
  • Von Markus Ehinger

BERN - Das Bundesamt für Strassen will keine Dreckschleudern mehr in Schweizer Städten. Die Grünen freuts, den TCS nicht.

London hat bereits eine, ebenso Berlin und Mailand. Jetzt soll es auch in Schweizer Innenstädten eine Umweltzone geben. In diese dürfen zum Schutz der Luftqualität nur Autos fahren, die gewisse Abgaswerte erfüllen. «Kernstück der vorgesehenen Neuregelung ist die Einführung eines Vignettensystems, das die Motorfahrzeuge in verschiedene Emissionskategorien einteilt», teilte das Bundesamt für Strassen heute mit.Die Palette der Vignetten reicht von einem schwarzen Rechteck für alte und dreckige Autos bis hin zu einer goldenen Sonne für saubere Elektroautos. Wer ohne Vignette in eine Umweltzone fährt, muss 100 Franken Busse bezahlen.Keine Freude an den Plänen hat SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner: «Es können sich nicht alle immer die neuesten und saubersten Autos leisten. Das ist diskriminierend für diese Leute und einfach eine Furzideee.» Der TCS wertet die Umweltzonen laut «Bund» als Schikanen, die nichts bringen ausser Chaos auf den Strassen.Anders sieht das der VCS. Zentralpräsidentin Franziska Teuscher (Grüne) erhofft sich neuen Elan, die im Ausland erfolgreiche Idee auch in der Schweiz auszuprobieren. Sie denkt dabei an Bern, wo die Regierung bisher auf die fehlenden Rechtsgrundlagen verwies.Diese Rechtsgrundlage will das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) jetzt schaffen. Für seinen Verordnungsentwurf startete das Uvek heute eine Anhörung. Bis Ende November können interessierte Kantone und Städte bestimmen, dass gewisse Motorfahrzeuge mit besonders hohem Schadstoffausstoss eine von ihnen definierte Zone nicht mehr befahren dürfen.Bis jetzt haben vor allem die Kantone Tessin und Genf ihr Interesse an den Umweltzonen angemeldet. Weitere Städte werden wohl folgen.

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