ALLSCHWIL - BL - In Allschwil musste die Polizei Basel-Landschaft ein WC aus der Wand reissen, um eine ausgebüchste Schlange einzufangen.
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Die Kornnatter ist ungiftig.
(Kapo BL)Es ist Schlangen-Saison. Wie immer in der warmen Jahreszeit gab es in den letzten Wochen wiederholt Meldungen über Schlangen, die in Gärten oder sogar in Liegenschaften auftauchten.
«Wir haben pro Sommer rund ein Dutzend solcher Fälle», sagt Meinrad Stöcklin von der Baselbieter Polizei. Das ist auch in diesem Jahr nicht anders.
Ende Juni meldete sich etwa eine Frau aus Aesch BL, welche eine grünliche Schlange in ihr Haus verschwinden sah. Tatsächlich fand eine Reptilien-Expertin der Polizei vor Ort eine einheimische Ringelnatter. Die Schlange wurde später bei einem Teich ausgesetzt.
«Dass sich die Beamtin mit Schlangen auskennt, ist ein Zufall. Sie befasst sich hobbymässig mit der Thematik.» Nebst ihr gibt es bei der Polizei noch einen weiteren Hobby-Reptilien-Experten. «Das trifft sich gut, schliesslich gehören Schlangen nicht zur polizeilichen Grundausbildung.»
Ein «geradezu spektakulärer Fall» habe sich dieses Jahr von Mai bis Mitte Juni in Allschwil abgespielt. In einer Wohnung am Kurzelängeweg war Ende Mai erstmals eine grössere Schlange gesichtet worden. Doch die Experten fanden nichts.
Allerdings vermuteten sie, dass sich in der Küchenkombination oder unter den sanitären Anlagen im Badezimmer ein Versteck befinden könnte. Tage später tauchte die Schlange wieder im Badezimmer auf.
«In Absprache mit der Hausverwaltung vereinbarten wir dann, eine Wand aufzubrechen.» So rückte der Reptilien-Experte am 31. Mai gegen 23 Uhr mit Spezialmaterial und einer lebenden Maus als Lockmittel aus. Teile des Badezimmers wurden demontiert, Wand- und Bodenplatten herausgeschlagen.
Nach zweieinhalb Stunden Arbeit zeigte sich dann eine rund 70 Zentimeter lange Kornnatter beim Loch, wo die Maus platziert wurde.
Das Tier ist ungiftig. Die weiteren Abklärungen ergaben, dass das Tier einem Vormieter entwichen war, als dieser sich im November 2011 im Spital befand und die Wohnung durch Drittpersonen betreut wurde. Diese waren der Meinung, dass die Schlange durch ein offenes Fenster entwichen war und meldeten sich deshalb nicht.
Die Schlange befand sich also rund eine halbes Jahr auf «Abwegen». Der ursprüngliche Schlangenbesitzer wird wegen Verstoss gegen das Tierschutzgesetz verzeigt. Das Tier befindet sich derzeit beim Reptilienspezialisten der Polizei Basel-Landschaft. (gtq/rrt)
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