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Die sieben Stadträte von Aarau teilen heute Sonntag das Schicksal von 20 Millionen Stadtbewohnern in Mexico City. Sie müssen zu Hause bleiben – behördlich verordnete Quarantäne. Zufällig war der Aarauer Sozialvorsteher Michael Ganz im selben Flugzeug unterwegs wie der erste Schweinegrippe-Patient aus Baden. Als Stadtrat Ganz sich grippig fühlte, reagierte der Aargauer Kantonsarzt schnell und konsequent: medizinischer Hausarrest für die ganze Stadtregierung und weitere 40 Personen, mit denen die Regierungsmitglieder Kontakt hatten.
Das ist keine Panikmache, sondern eine Vorsichtsmassnahme in öffentlichem Interesse. Die amerikanische Grippenexpertin Nancy Cox macht uns zwar neuerdings Hoffnung, dass die Schweinegrippe weniger lebensgefährlich sei als die Spanische Grippe von 1918/19. Dem Erreger fehlten jene Gene, welche die damals so tödliche Erkrankung zur weltweiten Killergrippe machten. Das sind gute Nachrichten. Frau Cox und alle andern Experten betonen aber, dass es noch viel zu früh sei, um definitive Entwarnung zu geben.
In den letzten 24 STunden haben sich die Patientenzahlen rund um den Globus verdoppelt. Mittlerweile sind es 600 bis 700 Menschen. In absoluten Zahlen scheint das nicht allzu beunruhigend, auch wenn mittlerweile fast 20 Todesopfer zu beklagen sind.
Die hochoffizielle amtliche Prognose, die vom Bundesamt für Gesundheit am Freitag publiziert wurde, jagt einem trotzdem einen gehörigen Schrecken in die Knochen. Nach einem beschwichtigenden Einleitungssatz, es sei «kein Alarm und keine Panik angebracht», lässt die höchste Gesundheitsbehörde im Lande wissen, dass an der Schweinegrippe etwa vier bis fünf Mal so viele Menschen erkrankten wie an einer üblichen saisonalen Grippe, die jährlich 400 bis 1000 Todesopfer fordere. Entsprechend höher sei auch die Anzahl der Todesfälle. Das Bundesamt für Gesundheit rechnet also mit 1600 bis 5000 Toten.
Bei aller Zurückhaltung – das sind ernste Nachrichten aus Bern. Und wer hat sie uns überbracht? Der Gesundheitsminister Pascal Couchepin höchstpersönlich? Natürlich nicht! Ob Schweinegrippe oder Krankenkassen-Debakel: Minister Gesundheit ist abgetaucht. Vielleicht aber steht er einfach unter Quarantäne: wegen politischer Untätigkeit. Bekanntlich hochansteckend!
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Ringier-Publizist Hannes Britschgi interviewt für Blick.ch Spitzenpolitiker. (Geri Born)