Couchepin erklärt Weisheiten alter Redewendungen

  • Aktualisiert am 03.01.2012
  • von henry habegger und simon spengler

BERN – Gestern wurde er zum Vizepräsidenten des Bundesrats gewählt. Ab heute schreibt Kulturminister Pascal Couchepin (64, FDP) über die Weisheit alter Redensarten. Im Interview sagt er, warum.

BLICK: Herr Bundesrat, ab heute erklären Sie jede Woche im BLICK die Herkunft und Bedeutung von Redensarten. Warum?
PASCAL COUCHEPIN:
«Bei einem Mittagessen mit BLICK-Redaktoren erzählte ich, dass ich immer wieder nach der Bedeutung von Redensarten gefragt werde, die ich in Reden brauche. Viele Leute wissen nämlich gar nicht mehr, was solche Ausdrücke überhaupt bedeuten. Also entstand die Idee, dass ich über Redewendungen schreiben könnte, die wir Tag für Tag brauchen. Ich fand das eine gute Idee, obwohl ich bekanntlich nicht der grösste BLICK-Fan bin. Mir macht das Schreiben seit jeher Vergnügen, und der BLICK hat ein gutes, breites Publikum.»

Und was wollen Sie mit Ihren Kolumnen erreichen?
«Mit der Bevölkerung kommunizieren. Und ich hoffe, die Leute werden Spass daran haben, Redewendungen neu zu entdecken und etwas tiefer über deren Sinn nachzudenken. Solche Ausdrücke, die oft aus der Bibel kommen, sind Teil unserer Kultur und Tradition. Und wenn ich als Kulturminister ein wenig zur Förderung der Kultur beitragen kann, mache ich das gerne.»

Sie haben der Redaktion bereits drei Kolumnen abgeliefert. Wann haben Sie die geschrieben?
«Übers Wochenende zu Hause im Wallis. Ich werde das weiter so machen: Bei meinem üblichen Spaziergang am Sonntagmorgen überlege ich mir, über was ich schreiben könnte, und anschliessend bringe ich das zu Papier

Kritiker werden sagen: Haben Sie nichts Besseres zu tun – würden Sie am Sonntag nicht besser Dossiers studieren?
«Das ist sehr sinnvoll eingesetzte Zeit. Wenn man sich Gedanken macht und seinen Geist ein wenig öffnet, ist es immer im Interesse der Sache. Das ist gerade in der Politik wichtig. Wer nicht zwischendurch etwas Distanz zu Arbeit gewinnt, ist nicht offen für neue politische Ideen.»

Werden Sie in Ihrer Kolumne politische Botschaften transportieren?
«Zwangsläufig, denn solche Redewendungen enthalten immer Botschaften, die auch politisch verstanden werden können. Aber der Charme von Redensarten besteht gerade darin, dass sich alle selbst vorstellen können, wer oder was genau gemeint ist.»

Wie viele solcher Kolumnen wollen Sie schreiben?
«Etwa zehn, stelle ich mir vor. Aber es hängt natürlich nicht nur von mir ab, sondern auch davon, wie die Leute reagieren. Ob sie die Texte interessant finden. Wenn nicht, publiziere ich die Kolumne nicht mehr. Dann schreibe ich für mich selber weiter.»

Am Dienstag wurde er zum Vizepräsidenten des Bundesrats gewählt: Pascal Couchepin.- RDB

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