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«Ich bin auf schamlose Weise ausgenützt worden. Das möchte ich in diesem Video offiziell bekannt geben.» Mit diesen Worten beginnt der Ex-Securitas-Wachmann seinen Beitrag auf YouTube.
Christoph Meili: der einstige Held vom Zürcher Paradeplatz, der zum Buhmann wurde. Weil er Akten über Holocaust-Vermögen vor dem Schredder rettete und so eine Prozesslawine gegen Schweizer Banken auslöste (siehe rechts).
Das YouTube-Filmchen trägt den Titel: «Exwife Giuseppina». Die erste Frau von Meili und Mutter von zwei seiner drei Kinder.
8 Minuten und 25 Sekunden lang zieht Meili über seine Ex und deren Familie her. Und beschuldigt diese, in der Schweiz auf Kosten des Sozialamtes gelebt zu haben. Giuseppinas Vater sei in den 60er-Jahren als Gastarbeiter von Italien in die Schweiz gekommen. «Nach einem Jahr Arbeiten wurde er offiziell invalid geschrieben», sagt Meili in die Kamera. «Er ging in die Barmelweid-Klinik zum Kuren und forderte IV von der Schweiz.»
Im khakifarbenen Hemd sitzt Meili in seiner Wohnung in Kalifornien. Er tönt, wie wenn er sich Mut angetrunken hätte vor seiner Tirade. Am Bildrand rechts unten ist ein Flaschenkopf zu sehen. Auf YouTube nennt sich Meili «Swissguard 007».
Sein Ex-Schwiegervater habe mit einem Kredit zwei Wohnungen in Rimini gekauft. «Unterdessen bezahlten die Sozialdienste Baden die Sozialwohnung», stellt Meili fest. Sein Ex-Schwager lebe heute noch in der Wohnung.
Dann kommt Meili mit gerötetem Kopf auf seine Ex zu sprechen. Er beginnt harmlos. «Ich habe Giusi in den 80ern kennengelernt. Und fand sie eigentlich recht gut und hübsch.»
Doch ihre Eltern hätten unbedingt gewollt, dass er und Giusi heirateten und Kinder kriegten. «Für die Eltern war es eine Art Trittbrett. Sie fanden es gut, weil Giuseppina dadurch den Schweizer Pass und damit Sicherheit erhielt: AHV und IV.»
Er sei gezwungen worden, Kredit aufzunehmen. 12000 Franken für ein Schlafzimmer. «Eigentlich war ich ein Dummkopf, das zu tun.» Er habe auch noch 12500 Franken für ein Haus in Sizilien aufgenommen und dem Vater seiner Frau gegeben. «Giusi habe ich als sehr, sehr kranke Frau kennengelernt.» Trotzdem sei er immer zu seiner Familie gestanden. 11 Jahre lang.
«Deshalb trifft es mich besonders hart, dass sie sich – wie ihr in der Schweiz ja wisst – jetzt von mir scheiden liess.»
Dann bezichtigt Meili seine Ex des Ehebruchs. «Ich war im Gefängnis und wusste nicht, was lief».
Als er endlich zu Hause anrufen konnte, sei ihr Neuer schon dort gewesen. «Sie begann hinter meinem Rücken ein Verhältnis mit diesem Häuser-Makler.»
Dann gibt Meili zu: «Ich hatte zwei, drei Mal Sex mit einer Prostituierten. Aber ich hielt stets zu meiner Familie», sagt er.
«Heute sagt Giusi, ich sei ein Verlierer. Aber das denke ich nicht.» Seine Ex-Frau wolle bloss immer mehr Geld. «Ich will, dass Giusi die Rechnung dafür erhält, dass sie verliert und die Wahrheit am Ende siegt», sagt Meili. «Ich habe nichts mehr zu verlieren, ich habe kein Geld mehr.»
Die Familie seiner Ex-Frau sei «einfach kriminell», sagt der Mann, der den Bankenplatz Schweiz vor elf Jahren erschütterte.
Das Sozialamt Baden solle mal «go luege». Und zum Schluss: «Das ist der erste Teil», beendet Meili seinen YouTube-Auftritt.
Sein Ex-Schwager sagt zur Internet-Tirade nur: «Kein Kommentar.»
Christoph Meili zieht in einem Videofilm im Internet (l.) über Giuseppina her, von der er jetzt geschieden ist.- Keystone