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Felix Blumer von SF Meteo hats vorausgesagt: «Im Mittelland wirds heute Abend noch einmal schneien – und zwar gerade um die Hauptverkehrszeit herum.» Er rechne zwar nicht mit riesigen Mengen, aber es sei genug, um erneut für glatte und eisige Strassenverhältnisse zu sorgen. «Ich würde eher die Öffentlichen Verkehrsmittel statt mein Auto benutzen», rät Blumer.
Blumers Tipp nützt nur bedingt: Im Grossraum Zürich ist der Öffentliche Verkehr komplett aus dem Takt. Ein Dutzend Buslinien sind gar eingestellt. Bei den SBB läuft der Betrieb bisher ohne grössere Probleme, wie es auf Anfrage von Blick.ch heisst. Die Verspätungen bewegen sich im Minutentakt, wie Blick.ch-Leser mitteilen. «Aber wir müssen Holz anlangen», sagt der SBB-Sprecher den auch gegenüber Blick.ch, noch am Morgen führten gefrorene Weichen im Grossraum Bern zu Verspätungen.
Dass es ausgerechnet im Feierabendverkehr wieder schneien wird, stellt die Räummannschaften vor zusätzliche Probleme. Im dichten Verkehr ist es nahezu unmöglich, die Strassen vom Schnee zu befreien. Chaos auf den Hauptverkehrsstrassen ist vorprogrammiert. Und auch Trottoirs können nicht gepflügt werden, da die vielen Fussgänger nicht auf die Strassen ausweichen können.
Wer die nächsten Tage sicher durch die Strassen kommen will, sollte mit angepasster Geschwindigkeit und vor allem mit wintertauglichem Material unterwegs sein. Das gilt sowohl für Auto- und Velofahrer, als auch für Fussgänger.
Trotz den schlechten Prognosen werden und können viele Städte ihre Nebenstrassen und Trottoirs auch weiterhin nicht salzen. «Wir werden bis Ende Winter den reduzierten Winterdienst beibehalten, sagt Leta Filli von «Entsorgung und Recycling Zürich (ERZ)».
Grund für den reduzierten Winterdienst ist ein Engpass beim Streusalz. Letzte Woche meldeten die Schweizer Rheinsalinen, dass sie das momentan so dringend benötigte Salz nur noch in reduzierten Mengen liefern können. «Wir mussten von Mitte Dezember bis Ende Januar rund 170000 Tonnen Salz ausliefern. Das sind 40000 Tonnen mehr als ein Jahr zuvor», so Ross. «Jetzt liefern wir reduziert, damit wir bis Ende Winter Salz garantieren können.»
Die Städte reagierten auf den Salzengpass. Es werden nur noch Hauptstrassen gesalzen, die Nebenstrassen und Trottoirs nur noch gepflügt. Da vielerorts die Trottoirs nicht mehr gesalzen wurden, stürzten viele Fussgänger und Velofahrer. Knochenbrüche und blaue Flecken waren die Folgen. Vor allem für ältere Menschen sind die derzeitigen Strassenverhältnisse ein Problem.
In der Bevölkerung werden derweil Stimmen des Unmuts laut. Man bezahle doch keine Steuern, damit die Stadt dann nicht ihrer Arbeit nachgehe. Es sei eine Frechheit, dass man die Gesundheit der eigenen Bevölkerung gefährde.
Doch das ERZ schiebt den Schwarzen Peter weiter: «Das Problem ist nicht hausgemacht. Wir bekommen einfach nicht genug Salz um alle Strassen zu räumen», erklärt Filli.
Aber nicht nur die Stadt Zürich ist betroffen. In der ganzen Schweiz müssen die Kantone und Gemeinden haushälterisch mit dem Streusalz umgehen. Praktisch überall werden nur noch Hauptstrassen geräumt. Die Folge sind vereiste Trottoirs und wütende Fussgänger.
In Bern ist man von diesen Problemen verschont geblieben. «Wir haben das Glück, dass bei uns eher wenig Schnee gefallen ist», sagt Patrik Gräppi vom Tiefbauamt der Stadt Bern.
Zudem habe man genau an dem Tag, als die Rheinsalinen die Salzlieferungen reduzierten, das Salzlager vollständig gefüllt. «Wir können noch zwei bis drei Wochen vollständige Räumung garantieren, wenn es mit dem Winter so weitergeht», sagt Gräppi.
So lange müssen die Städte nicht mehr warten, bis sich das Winterwetter beruhigt. Gegen Ende Woche werden die Temperaturen wieder steigen und der Schnee und das Eis wird sich in Pflotsch verwandeln.
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