
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Der libysche Despot Gaddafi narrt Bundespräsident Hans-Rudolf Merz und die ganze Schweiz weiter. Heute kurz nach Mitternacht um 0.25 Uhr landete der Bundesrats-Jet zwar auf dem Flugplatz in Dübendorf ZH – aber Geiseln waren keine drin. Laut einer nach 1 Uhr aufgeschalteten offiziellen Mitteilung auf «admin.ch» befinden sich Max Göldi und Rachid Hamdani weiterhin in der libyschen Hauptstadt Tripolis.
Noch am Abend hatte es geheissen, die Geiseln kämen mit der Maschine zurück. Ein Insider aus der Luftfahrtbranche informierte «Blick am Abend» korrekt, dass die Maschine zwischen 0.22 und 0.25 Uhr in Dübendorf landen werde. Und so war es auch.
Vor Ort warteten nebst Kamerateams des «Schweizer Fernsehens» und «Tele Züri» auch zwei Männer, die sich als Freunde von Max Göldi ausgaben. Auch sie waren sich sicher, dass im Flugzeug die Geiseln sitzen. Die beiden freuten sich von Herzen, tranken Bier – und lobten Bundesrat Merz als grossen Staatsmann.
Was dann noch keiner wusste: Die «Falcon 50» war bis auf Piloten und Offizielle leer zurückgekehrt. Dies erklärt auch, warum um 0.45 der von den Anwesenden erwartete Superpuma-Helikopter von Bundesrat Merz nicht landete, schliesslich konnte er Göldi und Hamdani nicht in Empfang nehmen.
Über die Hintergründe des nächtlichen Spuks kann momentan nur spekuliert werden. Eine offizielle Stellungsnahme von Bundespräsident Merz steht bisher aus.
Stutzig macht das Argument des Bundes, dass die Maschine «anderweitig benötigt wird». Ob es momentan noch ein wichtigeres Geschäft als die Geiseln zu erledigen gibt? Zudem ist die «Falcon 50» nicht der einzige Jet des Bundes. Ihm stehen auch noch eine «Cessna Citation Excel» sowie zwei kleinere Propellermaschinen zur Verfügung.
Die beiden Schweizer Geschäftsleute sitzen also weiter in Libyen fest, obwohl sich Bundespräsident Hans-Rudolf Merz bereits vor einer Woche in Tripolis für die Verhaftung eines Sohnes von Staatschef Gaddafi in Genf im Juli 2008 in aller Form entschuldigt hatte.
Unklar ist zurzeit, warum die eigentlich in Bern Belp stationierte «Falcon 50» in Dübendorf landete. Eine Erklärung wäre die grössere Distanz zwischen Zaun und Landepiste in Zürich, die es den Medien schwieriger macht, Fotos zu schiessen.
play
Gaddafi: Der libysche Diktator hält die Schweizer als Geiseln fest, weil sein Sohn 2008 in Genf verhaftet worden war. (Reuters)