Bundesrat senkt Mindestzins der 2. Säule!

  • Publiziert: 22.10.2008, Aktualisiert: 14.01.2012

BERN – Die Finanzkrise drückt nun auch auf unsere Altersguthaben: Der Bundesrat sieht sich gezwungen, den Mindestsatz der Zinsen massiv zu senken.

Der Mindestsatz zur Verzinsung der Altersguthaben in der zweiten Säule sinkt Anfang 2009 von 2,75 auf 2 Prozent. Der Bundesrat hat dies beschlossen, um der negativen Entwicklung und den Schwankungen auf den Finanzmärkten Rechnung zu tragen.

Mit ihrem Entscheid folgte die Landesregierung heute der Mehrheit der Eidgenössischen BVG-Kommission. In der Konsultation der Sozialpartner hatten der Arbeitgeberverband für 1,75 und die Gewerkschaften für 2,25 Prozent plädiert.

Seit Anfang 2008 beträgt der BVG-Mindestzinssatz 2,75 Prozent. Der Bundesrat hatte ihn vor Jahresfrist um 0,25 Prozentpunkte erhöht, weil sich die Finanzmärkte damals insgesamt positiv entwickelten. Von 1985 bis 2002 hatte der Mindestzinssatz noch bei 4 Prozent gelegen.

Der Mindestzinssatz gilt für die Altersguthaben aus dem obligatorischen Teil der beruflichen Vorsorge. Die Kassen können die Alterguthaben höher verzinsen, wenn sie über die erforderlichen Wertschwankungsreserven und Rückstellungen verfügen. (SDA/hhs/zum)

Auf den Punkt gebracht: Die Finanzkrise brachte Milliardenverluste bei den Pensionskassenvermögen mit sich. Die Folge war absehbar: Der Mindestzinssatz für die Vorsorgegelder werden gegen unten angepasst.

Spätestens jetzt müsste jedem Arbeitnehmer – und somit BVG-Versicherten – klar werden, dass die Finanzkrise ihn persönlich betrifft.

Ab kommendem Jahr wird also unser Pensionskassenguthaben nur noch mit 2 statt 2,75 Prozent verzinst. Was halten Sie davon? Schreiben Sie uns!

Die einen wollten mehr, die anderen weniger

Der Entscheid, den Mindestzinssatz auf Guthaben der zweiten Säule auf 2 Prozent zu senken, ist auf Kritik gestossen. Für die Arbeitgeber ging der Bundesrat zu wenig weit: «Nun werden die Pensionskassen in einer schwierigen Situation zusätzlich belastet», sagte Thomas Daum, Direktor Schweizerischer Arbeitgeberverband heute. Dabei wäre es im Interesse der Versicherten, dass die Pensionskassen nicht in Schwierigkeiten geraten. Der Arbeitgeberverband hatte eine Senkung auf 1,75 Prozent verlangt.

Auch die Linke ist sauer – aus gegenteiligen Gründen. Die SP zeigte sich in einer Medienmitteilung regelrecht erzürnt: «Eine knappe Woche nach Bekanntgabe des milliardenschweren Hilfspakets an die UBS ist dieser Rentenabbau besonders stossend.» Weiter wies die SP darauf hin, dass die momentanen Erträge bei den Bundesobligationen bei 2,9 Prozent liegen würden.

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