Bundesnahe Unternehmen SBB erreicht Ziele des Bundesrats nur teilweise

Die SBB hat die Ziele des Bundesrats letztes Jahr nur teilweise erfüllt. Sorgen bereiten der Regierung unter anderem die hohen Schulden der SBB, die Infrastrukturkosten und der Güterverkehr.

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Bei der SBB bleibe die finanzielle Lage herausfordernd, teilte das Eidg. Verkehrsdepartement (UVEK) am Mittwoch mit. Die Nettoverschuldung der SBB stieg letztes Jahr um über eine halbe Milliarde auf rund 8,2 Milliarden an.

Das ist aus Sicht des Bundesrats zu viel. Die Verschuldung dürfe höchstens das 6,5-fache des Betriebsergebnisses vor Abschreibungen (EBITDA) betragen, fordert er. Letztes Jahr belief sich der entsprechende Faktor auf 6,9. Um die Kosten zu senken, hat die SBB letzten November das Millionen-Sparprogramm «RailFit20/30» lanciert.

Bei der Infrastruktur hat die SBB die Erwartungen des Bundesrats ebenfalls nur zum Teil erfüllt. Erneut waren zusätzliche Unterhaltsarbeiten nötig, was höhere Kosten nach sich zog. Ein weiteres Sorgenkind ist der Güterverkehr: Nach zwei Jahren mit schwarzen Zahlen rutschte SBB Cargo 2015 erneut ins Minus, wie die SBB letzten Freitag mitgeteilt hatte.

Es gab jedoch auch positive Entwicklungen, etwa beim Personenverkehr. Auch die Ziele bei der Sicherheit erreichte die SBB. Die Pünktlichkeit und die Kundenzufriedenheit nahmen «auf hohem Niveau leicht zu», wie das UVEK schreibt. Die Zufriedenheit des Personals sei aber leicht gesunken.

Gute Noten erteilte der Bundesrat drei anderen bundesnahen Unternehmen - Post, Swisscom und Skyguide. Diese hätten die Ziele insgesamt erfüllt, heisst es in der Medienmitteilung.

Zur Swisscom schreibt das UVEK, im traditionellen Kerngeschäft - Telefonie, Mobilfunk und Breitband - zeichne sich eine Sättigung ab, zudem fielen die Preise. Die Swisscom bearbeite daher intensiv neue Geschäftsfelder, etwa durch die geplante Webeallianz mit SRG und Ringier.

Für das letzte Jahr schüttet die Swisscom dem Bund 581 Millionen Franken an Gewinn aus. Weitere 200 Millionen Franken erhält der Bund von der Post. Auch dieser stellt der Bundesrat ein gutes Zeugnis aus: Sie habe die Grundversorgung «in guter Qualität und zu angemessenen Preisen» erbracht. Die Zufriedenheit der Kunden blieb auf dem Niveau der letzten beiden Jahre.

Der Rüstungs- und Technologiekonzern Ruag konnte die Erwartungen des Bundesrats nicht vollständig erfüllen. Er erreichte die Ziele «weitgehend», wie das Verteidigungsdepartement (VBS) mitteilte.

Nicht verbessert hat sich die Situation der Personalvorsorgeeinrichtung der Ruag: Der Deckungsgrad blieb bei 103 Prozent - deutlich unter dem Ziel von 115 Prozent.

Übertroffen wurden hingegen die finanziellen Ziele. Wie die Ruag letzte Woche bekannt gegeben hatte, erzielte sie 2015 einen Rekordgewinn von 117 Millionen Franken. Der Anteil der Aufträge des Verteidigungsdepartements (VBS) stieg gegenüber dem Vorjahr von 30 auf 32 Prozent.

Wie das VBS weiter mitteilte, erhielt Ruag-Chef Urs Breitmeier letztes Jahr VBS knapp 1,2 Millionen Franken ausbezahlt, 126'000 Franken mehr als im Vorjahr. Die Gesamtvergütung an die Konzernspitze stieg um knapp eine Million Franken auf gut 7,0 Millionen Franken. (SDA)

Publiziert am 23.03.2016 | Aktualisiert am 19.04.2016
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