Bundeshaus setzt Flaggen auf halbmast Grosse Trauer um Terror-Opfer Rey und Lamon

OUAGADOUGOU - Sie trafen sich im beliebten Café Cappuccino, vis-à-vis des Hotel Splendid in Ougadougou. Nun sind die Walliser SP-Politiker Jean-Noël Rey (†66) und Georgie Lamon (†81) tot. Sie starben wohl im Kugelhagel der Männer um den einäugigen Terroristen Mokhtar Belmokhtar.

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Die Flagge auf dem Bundeshaus weht auf halbmast: Die Schweiz trauert um Jean-Noël Rey und Georgie Lamon, die in einem Anschlag in Burkina Faso getötet wurden. Das Schweizer Hilfsprogramm vor Ort läuft vorerst weiter.

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Jean-Noël Rey (†66) und Georgie Lamon (†81).

Auch die Post zeigte sich in einer Stellungnahme «bestürzt über das Attentat» und «den gewaltsamen Tod des ehemaligen PTT-Generaldirektors Jean-Noël Rey». Rey hatte die damalige PTT von 1990 bis 1998 geführt.

In der Legislatur von 2003 bis 2007 vertrat der Sozialdemokrat das Wallis im Nationalrat. Zudem war er politischer Sekretär der SP und in den 80er-Jahren engster Mitarbeiter von Bundesrat Otto Stich.

Die Terrasse des «Cappuccino» - hier starben zwei Schweizer bei dem Anschlag. play

Die Terrasse des «Cappuccino» - hier starben zwei Schweizer bei dem Anschlag.

Entsprechend zeigte sich die SP Schweiz «tief bestürzt» von seinem Tod. Rey habe während vier Jahrzehnten «zu den prägendsten und prominentesten Persönlichkeiten innerhalb der Sozialdemokratie» gehört, sagte Parteipräsident Christian Levrat gemäss Mitteilung.

Wie Rey stammte auch das zweite Opfer, Georgie Lamon, aus dem Wallis. Der Walliser Staatsrat verurteilte den Anschlag scharf: «In diesem Moment der Trauer erinnern wir an zwei Walliser Persönlichkeiten, die unseren Kanton politisch und sozial geprägt haben», wird Regierungspräsident Jacques Melly zitiert.

Rey und Lamon waren in Burkina Faso, um die Kantine einer Schule einzuweihen. Sie arbeiteten für die Organisation Yelen.

Hat der Einäugige den Angriff befohlen?

Steckt Mokhtar Belmokhtar hinter dem Angriff auf das Hotel Splendid und das Café «Cappuccino»mit mehr als 28 Toten? Der gefürchtete Extremist, Chef der Dschihadistengruppe Al-Murabitan soll den Terror befohlen haben, dem auch die beiden Walliser Jean-Noël Rey und Georgie Lamon zum Opfer gefallen sind.

«Wer den Kopf hob, wurde abgeschlachtet»

Erst kürzlich schloss sich die Gruppierung des 1972 in Algerien geborenen Extremisten wieder der Organisation Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI) an, von der sich Belmokhtar 2012 eigentlich getrennt hatte. AQMI hatte am 4. Dezember mitgeteilt, dass Al-Murabitun wieder zu dem Al-Kaida-Ableger gehöre.

Zugleich erklärte AQMI, Al-Murabitun habe den Anschlag auf ein Luxushotel in der malischen Hauptstadt Bamako verübt, bei dem kurz zuvor 20 Menschen getötet worden waren. Al-Murabitun hatte sich bereits im März zu einem Anschlag auf ein Restaurant in Bamako bekannt, bei dem es fünf Tote gegeben hatte.

Die Dschihadistengruppe Al-Mourabitoun wird offenbar weiter vom mehrfach für tot erklärten Mokhtar Belmokhtar angeführt. (Archivbild) play
Die Dschihadistengruppe Al-Mourabitoun wird offenbar weiter vom mehrfach für tot erklärten Mokhtar Belmokhtar angeführt. (Archivbild) KEYSTONE/EPA/INTELCENTER / HANDOUT

Belmokhtar, der auch als «der Einäugige» bekannt ist, hat unter Extremisten einen mythischen Ruf. Er war im April 2013 und erneut im Juni 2015 nach einem US-Luftangriff in Libyen für tot erklärt worden - doch später tauchte er wieder auf.

Al-Murabitun war im August 2013 aus dem Zusammenschluss von Belmokhtars Gruppe «Die mit Blut unterzeichnen» und der «Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika» (MUJAO) hervorgegangen. MUJAO gehörte zu den Islamistenmilizen, die im Frühjahr 2012 weite Gebiete im Norden Malis unter ihre Kontrolle gebracht hatten, bevor sie Anfang 2013 durch eine französische Militärintervention wieder vertrieben wurden. (SDA/bih)

Publiziert am 17.01.2016 | Aktualisiert am 17.01.2016
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Terror in Burkina Faso Geiselnahmen in zwei Hotels - mindestens 20 Tote

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14 Kommentare
  • Henri  Hess 17.01.2016
    Zwar verurteile ich die Tat auch. Aber ehrlich, eine Reise um die halbe Welt, um eine Schulkantine einzuweihen, ist ein ziemlich fragwürdiger Grund, auch wenn sie diese finanzieren halfen. Solcher Spendentourismus ist eine unnötige Sache.
    • Michael  Rudolf 17.01.2016
      Andere Menschen fliegen um die halbe Welt nur um ihre Bäuche in die Sonne zu legen.
  • Michael  Rudolf 17.01.2016
    29 victimes dont 4 Canadiens, 7 Burkinabè, 2 Ukrainiens, 2 Français, 2 Suisses, 1 Américain, 1 Néerlandais, 1 Libyen, 1 Portugais, 1 Franco-ukrainien et 7 personnes non encore identifiées.
    Für alle diese Leben setzt die Schweiz ein Zeichen mit dem Halbmast.
  • Michael  Rudolf 17.01.2016
    Ich finde es richtig, dass die offizielle Schweiz ein Trauerzeichen setzt und spendet auch für die hier lebenden Schweizer ein bisschen Trost. Die Beiden waren sicher nicht auf Steuergeldtrip, sondern setzten sich aus Nächstenliebe in Burkina Faso ein.
    Ich lebe in Ouagadougou, bin 24 Stunden vor dem Anschlag mit meinem kleinen Sohn im Cappuccino gewesen. Danke der offiziellen Schweiz für dieses Zeichen.
  • Peter   Gamma aus Brunnen
    17.01.2016
    Sorry, aber einmal mehr, da wollen 2 "Ehemalige" sich wieder mal im Ausland ein Denkmal setzen. Gäbe es in der Schweiz nicht genügend zu tun, dies dann noch ohne Reisespesen?
    P. Gamma
    • Susanne  Reich 17.01.2016
      Manchmal möchte ich von manchen Forenschreibern mal wissen, ob sie denn alles und jedes schlecht machen müssen. Möchte gern mal wissen, was Sie z.B. Herr Gamma, als positiv empfinden. Da haben sich zwei Leute eingesetzt, speziell Herr Rey hätte es finanziell wahrscheinlich absolut nicht notwendig gehabt oder erhielt evtl. auch wenig dafür und kommen dabei ums Leben. Ich finde dies nur traurig.
  • Kay  Stutz 17.01.2016
    Ist jetzt einzig die Nationalität wichtig? Tote sind Tote, egal woher diese kommen. Die Welt ist pervers. Das ein Italiener und sein 9 jähriger Sohn dem das Kaffee gehörte getötet wurde kümmert unsere Medien wohl nicht.