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Die Schweiz steigt bei der UBS wieder aus: Die Eidgenossenschaft will ihre Beteiligung in der Höhe von sechs Milliarden Franken an institutionelle Anleger verkaufen. Das gaben der Bund und die UBS gestern Abend bekannt – wenige Stunden nach der Beilegung des Steuerstreits mit den USA und nach Börsenschluss in New York.
Und so läuft das Geschäft: Die vom Bund gehaltene Pflichtwandelanleihe wird in Aktien umgewandelt. Dies soll voraussichtlich am 25. August geschehen. Die UBS wird für die Anleihe rund 332 Millionen neue Aktien mit einem Nominalwert von 0,1 Franken ausgeben. Zum heutigen Kurs haben diese einen Wert von 5,56 Milliarden Franken.
Was für den Bund beim Verkauf herausschaut, ist aber noch unklar. Das hängt davon ab, zu welchem Kurs die neuen Investoren die Aktien dann übernehmen. Derzeit würden die Offerten entgegengenommen, sagte Peter Siegenthaler, Direktor der Eidg. Finanzverwaltung, auf Anfrage. Im Laufe des Donnerstag soll dieser Prozess abgeschlossen sein. Dann werde auch klar sein, welchen Preis der Bund für das Paket gelöst habe, sagte Siegenthaler.
Dass es ein gutes Geschäft wird, ist jedoch bereits klar. Denn für die 6 Milliarden Franken hat der Bund 1,8 Milliarden Franken Zins erhalten. Das war so vereinbart: Der Zins wird für die ganze Laufzeit von 30 Monaten bezahlt, egal wann der Bund die Anleihe wandelt oder aussteigt.
Mit dem Verkauf des Pakets macht der Bund das Versprechen wahr, so rasch wie möglich bei der UBS wieder auszusteigen. Diese Möglichkeit sah er mit der Beilegung des UBS-Steuerstreits mit den USA offenbar gekommen.
Wenige Stunden vor der Ankündigung des Bundes hatten die Schweiz und die USA den Streit durch einen Vergleich beigelegt. Der Bundesrat erachte dies und die Stärkung der Eigenkapitalausstattung der Bank als wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Stärkung des Vertrauens in die UBS, teilte das Finanzdepartement mit.
Die Schweizerische Nationalbank und die Finanzmarktaufsicht (FINMA) begrüssten den Ausstieg. Die Wandlung der Plichtwandelanleihe in Aktien sei ein Zeichen dafür, dass das Vertrauen des Marktes in die Widerstandsfähigkeit der Bank weiter zugenommen habe, schreibt die SNB in einer Mitteilung.
Mit dem Verkauf sei der Bund an der UBS nicht mehr beteiligt. Die Übernahme von illiquiden Aktiven der UBS in die Zweckgesellschaft «StabFund» der SNB und die Bewirtschaftung dieser Aktiven sei vom Abbau des Engagements des Bundes nicht tangiert. Die Auffanggesellschaft stelle keine Beteiligung der SNB an der UBS dar.
Es war Oktober 2008, als die Finanzkrise die definitiv die Schweiz und vor allem die UBS erfasste. Der Bank drohte wegen riskanter Geschäfte im US-Hypothekenmarkt der Zusammenbruch.
Der Bund fasst einen einmaligen Entscheid und schoss 6 Milliarden Franken in die UBS ein. Die grösste Schweizer Bank erhielt ferner Hilfe von der Nationalbank, die die Auslagerung fauler oder illiquider Wertpapiere von 60 Milliarden Dollar absicherte. (SDA, gmu, pft)