56 Millionen Franken in den Sand gesetzt Bund schmeisst Schweinegrippe-Impfstoff weg

BERN - Die Behörden haben sich (teuer) getäuscht. Ende 2009 hatte der Bund 13 Millionen Dosen der Impfstoffe gekauft, um gegen die angekündigte Pandemie gewappnet zu sein.

  • Publiziert: 26.04.2011, Aktualisiert: 14.01.2012
play Der Bund kauft keine Schweinegrippe-Impfungen mehr.

84 Millionen Franken zahlte der Bund an die Hersteller Novartis und Glaxo Smith Kline.

Ende 2011 werden nun die letzten 3,4 Millionen Dosen des nicht benötigten Impfstoffs zerstört. Damit hat die Schweiz gesamthaft Impfstoffe von 56,4 Millionen Franken vernichtet. Hinzu kommen noch 200000 Franken für die Vernichtungsaktionen der Impfdosen.

Warum die Vernichtungsaktion? Die Schweinegrippe brach nicht im prognostizierten Ausmass aus. Im November 2011 verlieren nun die letzten in der Schweiz gelagerten Dosen Pandemrix ihre Gültigkeit und müssen verbrannt werden, wie BAG-Sprecher Jean-Louis Zürcher einen Bericht der «Neuen Zürcher Zeitung» bestätigte.

Bereits im letzten Jahr wurden 5,3 Millionen Dosen Celtura und Focetria zerstört. 1,8 Millionen der Schweizer Impfdosen wurden laut Zürcher zudem an die WHO sowie an den Iran verkauft und verschenkt. Tatsächlich gebraucht wurden in der Schweiz rund 2,5 Millionen Dosen.

Keine Impfungen mehr kaufen

Künftig wird die Schweiz keine Schweinegrippeimpfungen mehr kaufen, da der Wirkstoff unterdessen in der saisonalen Grippeimpfung enthalten ist, wie Zürcher sagte.

Daniel Koch, Leiter der Abteilung für übertragbare Krankheiten des BAG, hatte die Kosten wie auch die hohe Zahl Impfdosen bereits im Januar 2011 gerechtfertigt: «Der Bund hat den Impfstoff als Versicherung gegen die Pandemie gekauft», sagte er. Bei keiner Versicherung sei klar, ob die Katastrophe dann auch tatsächlich eintrete.

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