Bund macht Rückzieher: Kommen Blinden-Streifen am Zürcher HB nun doch nicht weg?

ZÜRICH/BERN - Gestern wunderte sich die ganze Schweiz, dass im Zürcher HB Blinden-Markierungen entfernt werden – weil sie Sehende verwirren. Nun nimmt der Streit eine neue Wendung.

Bahnhof Löwenstrasse: Bestritten sind nur die Linien, die vom Abgang der Treppe zur Perronkante führen – und nicht um die Sicherheitslinien entlang der Perronkante.   play

Bahnhof Löwenstrasse: Bestritten sind nur die Linien, die vom Abgang der Treppe zur Perronkante führen– und nicht um die Sicherheitslinien entlang der Perronkante.

Bav
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Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat entschieden, die Verfügung zu den taktilen Linien am Bahnhof Löwenstrasse in Zürich in Wiedererwägung zu ziehen.

Die Blindenverbände hatten allergisch reagiert: Im neuen Zürcher Durchgangsbahnhof habe es zu viele Markierungen für Sehbehinderte hatte das Bundesamt für Verkehr festgestellt. In einer Verfügung hatte es von der SBB verlangt, dass bestimmte der weissen Linien entfernt werden müssen.

Wahrnehmungspsychologische Studien hätten gezeigt, dass Reisende die wichtigen Sicherheitslinien an der Perronkante nicht mehr genügend wahrnehmen würden, wenn es zu viele taktile Linien habe.

Das wollten die Blinden nicht auf sich sitzen lassen: Anfang Januar reichten sie beim Verwaltungsgericht Beschwerde ein und beriefen sich auf das Diskriminierungsverbot.

Gemäss Bund hat es im neuen Durchgangsbahnhof in Zürich zu viele Streifen am Boden. Sie helfen den Blinden – verwirren aber Sehende. play

Gemäss Bund hat es im neuen Durchgangsbahnhof in Zürich zu viele Streifen am Boden. Sie helfen den Blinden – verwirren aber Sehende.

RDB

Beim Bund war man von diesem Schritt überrascht: Sie hätte schon im vergangenen Jahr den Verbänden einen gemeinsamen Ortstermin vorgeschlagen, um einen Kompromiss zu finden.

Dieses Angebot hält das BAV aufrecht, wie es heute in einer Mitteilung schreibt. Trotzdem hat sie nach der Meldung zum Streit um die Sicherheitslinien in der «SonntagsZeitung» jetzt entschieden, in einem neuen Verfahren die Verfügung einer Wiedererwägung zu unterziehen.

Bei den beanstandeten Linien handle es sich sowieso nur um diejenigen, welche den Weg von der Treppe zu den Perronkanten weisen. Die Sicherheitslinien entlang den Perronkanten oder die Leitlinien im Bahnhofsgeschoss des Bahnhofs Löwenstrasse seien hingegen zu keinem Zeitpunkt bestritten gewesen.

Das BAV werde zudem die Vorschriften zu den taktilen Linien bei der nächsten Revision überprüfen und gegebenenfalls anpassen. (bih)

Publiziert am 18.01.2016 | Aktualisiert am 18.01.2016
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7 Kommentare
  • Rolf  Hess 19.01.2016
    Im BAV hat es noch genug blinde Passagiere, die die echten Probleme nicht sehen wollen. Da sind immer noch 34 Stellen wegen der 100 Franken Vignette besetzt worden, bei denen die Verwendung dieser Personen anscheinend noch nicht evaluiert wurde. Etwas müssen die Angestellte ja machen, wenn sie schon dort angestellt sind. Auch wenn es nur Beschäftigungstherapie ist.
  • Meier  Ernst aus Erde
    18.01.2016
    Ja ist klar das die Sehenden manchmal verwirrt sind... Wenn der Zug einfährt stehen sie am liebsten schon an der Bahnsteigkante um ja den Zug zuerst entern zu können. Am liebsten schon bevor die Zugreisenden im Zug ausgestiegen sind. Da können solche Linien solche Zeitgenossen durchaus verwirren. Die müssten ja zur eigenen Sicherheit hinter der Linie auf Seite Warteraum und nicht Bahnsteigkante stehen. Da nerven sie sich weil sie sich nicht genug vordrängen können.
  • Fabienne  Müller 18.01.2016
    1. Alle Blindenstreifen, die für blinde und sehbehinderte Menschen hilfreich sind, müssen bleiben und - wo nötig - neu geschaffen werden!
    2. Die Sehenden kommen erst an zweiter Stelle. Das dürfte wohl für alle normal sehenden und denkenden Menschen eine Selbstverständlichkeit sein.
  • Rocco  Martignoni , via Facebook 18.01.2016
    Leider sind sehr Viele nicht Blinden , zu faul Ihre Augen richtig zu öffnen.
  • olivia  meierhans 18.01.2016
    Reisende sind verwirrt, aber sie haben doch SEHENDE Augen im Kopf, im Gegensatz zu den Blinden!!