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Stillgestanden! Ein Cisalpino-Zug im Bahnhof Brig. (Keystone)
Die SBB-Tochter Cisalpino hat letzte Woche ein Schreiben vom BAV erhalten. Darin werde der eingeschlagene Weg als «zweckmässig und zielführend» bezeichnet, erklärte BAV-Sprecher Gregor Saladin. Verglichen mit der Situation zu Jahresbeginn hätten sie festgestellt, dass das Management der Cisalpino alles daran setze, Verbesserungen vorzunehmen.
Alle Ziele seien aber noch nicht erreicht, sagte Saladin weiter. So gehörten auch die Umsteigeverbindungen zwischen der Schweiz und Italien zu den Konzessionsvoraussetzungen. Das BAV erwarte, dass die Cisalpino auch das noch umsetze.
Langjähriges Sorgenkind
Die Cisalpino-Neigezüge gelten seit ihrer Einführung vor rund zwölf Jahren als Sorgenkinder. Immer wieder kam es zu Verspätungen, weil es unter anderem mit der Wartung in Italien hapert. Anfang Jahr hatte das BAV von der Cisalpino einen Bericht über die Ursachen der Qualitätsmängel verlangt.
Darin musste das Tochterunternehmen der SBB und der italienischen Staatsbahn FS der Aufsichtsbehörde aufzeigen, wie der Bahnverkehr zwischen der Schweiz und Italien wieder verflüssigt werden kann. Andernfalls drohte das BAV damit, der Cisalpino die Konzession zur Personenbeförderung zu entziehen.
Wartung der Züge ungewiss
Ungewiss bleibt, wer die Wartung der Neigezüge übernehmen wird. Ende Jahr hatte die SBB angekündigt, die Wartung von Italien in die Schweiz verlagern zu wollen. Dem stehen jedoch vertragliche Abmachungen mit dem italienischen Partner im Wege. Cisalpino-Sprecher Renzo Cicillini sagte heute, mit einem Entscheid der Muttergesellschaften sei wohl nicht vor Ende September zu rechnen.
Die neuen Zugmodelle ETR 610 sollen sowohl in schweizerischen wie auch in italienischen Werkstätten gewartet werden. Derzeit sind erst zwei dieser Züge in Betrieb. Sechs weitere sollen laut Cicillini auf den Fahrplanwechsel hin ausgeliefert werden, der Rest der total 14 bestellten Züge nächstes Jahr. (SDA/dip)